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Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

Nummer 105/2017 vom 26. September 2017
Wie schaffen es Vögel, über mehrere Tage oder Wochen hinweg durchzufliegen? Wie sahen sie vor Millionen von Jahren aus? Welche Vogelarten sind vom Aussterben bedroht – und warum? Mit diesen Fragen beschäftigen sich über 450 Vogelkundler bei der 150. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, die vom 29. September bis 3. Oktober an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) stattfindet. Über 100 Vorträge und Posterpräsentationen stehen auf dem Programm, das neben aktuellen Forschungsergebnissen einen Blick in die Geschichte der Vogelkunde gewährt. Organisiert wird die Veranstaltung vom Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) der MLU.

"Vögel sind ein wunderbarer Modellorganismus, um Fragen der Evolutionsbiologie zu erforschen", sagt Dr. Frank Steinheimer, Leiter des ZNS in Halle. "Gleichzeitig sind sie ideale Indikatoren, um Umweltveränderungen zu beobachten, weil sie sehr schnell auf neue Begebenheiten reagieren." Am Brutverhalten der Tiere könne man zum Beispiel den Einfluss des Klimawandels beobachten: Zugvögel kehren aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen eher aus ihren Winterquartieren zurück und beginnen früher mit dem Brüten.

Auch aktuelle Ergebnisse der Paläo-Ornithologie spielen während der Tagung eine Rolle: "Neue Fossilienfunde von Vögeln aus der Kreidezeit in China geben heute wichtige Hinweise über die Entwicklung der Artenvielfalt. Sie zeigen außerdem, wie sich die Arten in den letzten 150 Millionen Jahren entwickelt haben", so Steinheimer weiter. Darüber hinaus thematisieren die Vorträge neue Erkenntnisse zum Körperbau der Vögel: Etwa die Frage, wie diese die enormen körperlichen Anstrengungen bei der Reise in ihr Winterquartier überstehen können.

Neben den wissenschaftlichen Fachvorträgen findet am Freitag, 29. September, um 18 Uhr ein öffentlicher Vortrag in der Aula im Löwengebäude statt. Darin gibt Frank Steinheimer einen Überblick über die Geschichte der Ornithologie in Halle und stellt zudem viele Vogelarten vor, die in der Region ansässig sind.

Die Ornithologie hat an der MLU eine lange Tradition: Die Vogeleiersammlung Max Schönwetters befindet sich im Besitz des ZNS und wurde 2012 in das "Verzeichnis national wertvollen Kulturguts" aufgenommen. Die Sammlung mit ihren 19.206 Vogeleiern von 3.839 Arten zählt zu den drei artenreichsten und bedeutendsten Vogeleiersammlungen der Welt. Darüber hinaus forscht das ZNS seit über 50 Jahren zu den Todesursachen bedrohter Vogelarten, wie Uhu, Großtrappe und Wanderfalke. Hier arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit öffentlichen Behörden zusammen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in der Vermessung der Vogelfauna der Mongolei. Das Fachwissen des ZNS wird in Praktika, Seminaren und Fachexkursionen auch an die Studierenden der Universität weitergegeben.

Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft wurde 1850 in Leipzig offiziell gegründet. Heute hat sie rund 2.000 Mitglieder. Neben Wissenschaftlern und Fachleuten sind auch engagierte Bürger vertreten.

150. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft
29. September bis 3. Oktober 2017
Audimax der Martin-Luther-Universität
Universitätsplatz 1
06108 Halle (Saale)

Öffentlicher Vortrag: "Ornithologie in Halle"
Freitag, 29. September 2017, 18 Uhr
Aula im Löwengebäude
Universitätsplatz 11
06108 Halle (Saale)

 

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