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Als Jurist und Christ im Widerstand gegen Hitler: Lesung zu halleschem Richter Friedrich Weißler

Nummer 133/2017 vom 14. November 2017
Wer war Friedrich Weißler? Wenige kennen den Namen des halleschen Juristen, der 1937 von SS-Männern im KZ Sachsenhausen zu Tode geprügelt wurde. In Weißlers Heimatstadt Halle stellt am Mittwoch, 22. November 2017, 18 Uhr, der Historiker Prof. Dr. Manfred Gailus sein Buch "Friedrich Weißler. Ein Jurist und bekennender Christ im Widerstand gegen Hitler" vor. Gailus liest auf Einladung der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Landgerichts Halle im Tilman-Schwarz-Saal des Landgerichts am Hansering.

Friedrich Weißler (1891-1937), aus einer jüdischen Familie stammend, wuchs in Halle auf, studierte an der MLU Jura, und wurde nach Abschluss des Studiums im Jahr 1914 dort auch promoviert. Nach dem zweiten Staatsexamen 1920 begann Weißler eine erfolgreiche Laufbahn als Richter, zunächst am Amtsgericht Halle, ab 1925 am Landgericht Halle und ab Dezember 1932 am Landgericht Magdeburg. Sein beruflicher Weg fand jedoch durch die Machtübernahme der Nazis ein jähes Ende. Nach der Verhängung einer Ordnungsstrafe gegen einen unrechtmäßig in Uniform vor Gericht erschienen SA-Mann wurde der Landgerichtsdirektor Weißler am 9. März 1933 von gewaltsam in sein Büro eingedrungenen SA-Männern öffentlich gedemütigt und bereits einen Tag später vom Dienst suspendiert. Im Sommer 1933 folgte die Entlassung aus dem Justizdienst aufgrund des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums".

Ab November 1934 arbeitete Friedrich Weißler, der wie seine beiden Brüder evangelisch getauft worden war, in Berlin als juristischer Mitarbeiter für die Vorläufige Kirchenleitung (VKL) der Bekennenden Kirche. Nach der Veröffentlichung der an Hitler gerichteten vertraulichen Denkschrift der VKL durch die ausländische Presse im Juli 1936 wurde Weißler von der Gestapo verhaftet, nach monatelangen Verhören 1937 in das KZ Sachsenhausen überstellt und dort am Morgen des 19. Februar 1937 mit schweren Misshandlungen tot in seiner Zelle aufgefunden.

Der Autor des Buches, Prof. Dr. Manfred Gailus, lehrt Neuere Geschichte am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze über die Geschichte des Protestantismus seit dem Kaiserreich verfasst, darunter seine 2010 erschienene Biografie über die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus wirkende Historikerin Elisabeth Schmitz.

Moderiert wird die Veranstaltung von Rechtshistoriker Prof. Dr. Heiner Lück, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der MLU.

Lesung von Prof. Dr. Manfred Gailus
Mittwoch, 22. November 2017, 18 Uhr
Landgericht Halle, Tilman-Schwarz-Saal
Hansering 13, 06108 Halle

 

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