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Gibt es pietistische Gespenster?

Nachwuchswissenschaftler aus fünf Ländern diskutieren aktuelle Forschungsergebnisse

Nummer 155/2007 vom 13. August 2007
In den Franckeschen Stiftungen zu Halle trifft sich vom 21. bis 23. August 2007 der wissenschaftliche Nachwuchs der Pietismus-Forscher. Am Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wollen die jungen Wissenschaftler aus fünf Ländern aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen und diskutieren – unterstützt von renommierten Professoren der Kirchengeschichte.

Die Nachwuchstagung der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus findet zum zweiten Mal in Halle statt, zuletzt waren MLU und Franckesche Stiftungen 2004 Gastgeber der Veranstaltung. Erwartet werden 18 junge Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Polen, Schweden und der Schweiz.

Wissenschaftlich begleitet wird die Fachtagung von fünf renommierten Professoren der Kirchengeschichte aus Deutschland und der Schweiz. Die Nachwuchsforscher aus den unterschiedlichen mit der Pietismusforschung befassten Fächern haben bei der Tagung die Gelegenheit, Forschungsergebnisse vornehmlich aus entstehenden Qualifikationsarbeiten vorzutragen und zu diskutieren. So wird es u.a. um pietistische Prophetinnen Ende des 17. Jahrhunderts in Mitteldeutschland gehen. Unter der Fragestellung „Gibt es pietistische Gespenster?“ wird der Geisterglaube im Luthertum 1650-1750 thematisiert. Ebenfalls im Fokus der Forscher: die Briefwechsel August Hermann Franckes mit seiner späteren Frau Anna Magdalena von Wurm und dem Theologen Johann Jakob Rambach, Schüler Franckes und dessen Nachfolger als Professor in Halle.

Der Pietismus ist die bedeutendste Reformbewegung des Protestantismus seit der Reformation. Primär als Frömmigkeitsbewegung entstanden, hat er sich besonders in der durch Philipp Jakob Spener (1635-1705) und August Hermann Francke (1663-1727) geprägten Form zu einer sozialen Reformbewegung entwickelt, die beträchtlichen Einfluss auf das Armen- und Fürsorgewesen, die Pädagogik und den Bereich medizinischer Institutionen ausübte und sich binnen weniger Jahre über die ganze damals bekannte Welt erstreckte. Halle ist stets ein Zentrum der internationalen Pietismusforschung gewesen. Anziehungs- und Kristallisationspunkt dafür waren und sind die Franckeschen Stiftungen mit ihrem Archiv und der Bibliothek.

 

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