Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Foto: Dr. Waid Omar vor dem Löwengebäude der Martin-Luther-Universität.
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Deutsch-jordanische Kooperation für bessere Trinkwasseraufbereitung

Verfahrenstechniker haben an Martin-Luther-Universität Ökologie und Ökonomie im Blick

Nummer 154/2007 vom 07. August 2007
Fast 30 Wissenschaftler aus 13 Ländern arbeiten derzeit am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Einer von ihnen ist Dr. Waid Omar von der Technischen Universität in Tafila (Jordanien). Zusammen mit Lehrstuhlinhaber Professor Joachim Ulrich will er intelligente Lösungen finden, um den Einsatz von Chemikalien bei der Umwandlung von Meer- in Trinkwasser zu minimieren – und somit einen sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvollen Beitrag zu leisten.

Zum ersten Mal hat Waid Omar sich in diesen Tagen das hallesche Universitätsmuseum im Löwengebäude angeschaut. „Seit 2003 komme ich jedes Jahr nach Halle, aber dafür hatte ich bislang keine Zeit gefunden“, sagt der jordanische Forscher. Zu beschäftigt war er in den wenigen Wochen stets mit seiner Arbeit in der Kristallisationsgruppe des Lehrstuhls für Thermische Verfahrenstechnik. „Diese Gruppe ist nicht umsonst international bekannt. Hier bekomme ich immer wieder neue Impulse und kann die exzellenten Möglichkeiten für Experimente nutzen.“

Besonders die Meerwasserentsalzung steht für Omar derzeit im Vordergrund. „In Nordafrika und dem Nahen Osten ist das Trinkwasser knapp, daher muss Meerwasser aufwändig aufbereitet werden. Mit den derzeitigen Verfahren ist das teuer und beeinträchtigt die Umwelt“, erläutert der 38-Jährige. „Problematisch sind vor allem die Verkrustungen“, ergänzt Prof. Dr. Joachim Ulrich. „Die Trinkwasseraufbereitungsanlagen verkrusten blitzschnell. Dagegen wird heutzutage mit chemischen Säurespülungen vorgegangen – keine besonders effiziente und saubere Variante. Das Problem schreit förmlich nach intelligenteren Lösungen.“ Eine solche haben Ulrich und Omar nun im Blick: „Wir wollen, dass sich die Kristalle nicht an der Oberfläche absetzen, sondern sich woanders bilden, zum Beispiel in der Flüssigkeit, sodass man sie ähnlich wie Schlamm entsorgen könnte.“

Erste Ergebnisse liegen vor, aber das Projekt wird noch eine Weile brauchen bis zum möglichen Durchbruch. Das Interesse in der Region, die die Wissenschaftler im Blick haben, ist groß. Gefördert wird das Projekt inzwischen vom Middle East Desalination Research Center in Muscat (Oman).

Ende August wird Waid Omar zurückkehren an die Tafila Technical University, die erste technische Universität Jordaniens, gegründet vor zwei Jahren. Doch im kommenden Jahr wird er wieder zwei Monate an der Martin-Luther-Universität in Halle arbeiten. Dann will er auch seine Frau und seine drei Kinder mitbringen. „Denen werde ich später sowieso empfehlen, in Halle zu studieren“, kündigt Omar an.

 

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