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Sauer-Orgel: Intonation in vollem Gange

Pressetermine vor Ort bis zum 3. August 2007 möglich

Nummer 144/2007 vom 20. Juli 2007
Die Sanierung der Sauer-Orgel im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) steht kurz vor dem Abschluss. Das ungewöhnliche und kostbare Instrument soll im Oktober wieder erklingen. Bis zum 3. August 2007 läuft die aufwändige Intonation – die Intonateurin und der Montageleiter lassen sich dabei gern über die Schulter schauen und bringen erste Klänge zu Gehör.

Die Orgel wurde 1926 erbaut, war aber seit den 1980er Jahren nicht mehr bespielbar. Sie vereint mehrere Stilepochen in sich und kann sowohl als romantische wie auch als barocke Orgel gespielt werden. „Das Instrument ist in der Zeit der Orgelbewegung entstanden und die einzige noch bestehende Universitätsorgel aus dieser Zeit“, erklärt der Musikwissenschaftler Michael Wünsche, der die Sanierungsarbeiten fachlich begleitet.

Die Sanierung begann im Herbst 2006 mit der Zerlegung des Instruments in seine Einzelteile. Anschließend wurden u.a. 1600 porös gewordene Lederventile durch neue ersetzt, ein neuer Motor eingebaut und Zuleitungen zur Spieltraktur abgedichtet. Mit den Arbeiten ist die Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt/Oder betraut. Sie hat inzwischen auch den Spieltisch wieder aufpoliert und komplettiert.

Derzeit stellt die Intonateurin Anja Liske in Zusammenarbeit mit Montageleiter Ulrich Büttner Klanggebung und Stimmung der Orgelpfeifen ein. „Wir staunen hier bei jedem Register“, sagt Büttner. „Das klingt auch für uns völlig neu.“ Die Mensuren (die Maße der Pfeifen) seien „absolut unüblich“. Pro Register dauert die Intonation etwa einen Tag. Insgesamt verfügt die Orgel über 32 Register. Nach der Intonation folgt die Generalstimmung und anschließend die Abnahme. Die Arbeiten dauern noch bis zum 3. August 2007.

Erstmals wieder öffentlich erklingen soll die Orgel im Oktober dieses Jahres. Möglich geworden war die Sanierung durch Spenden der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle und privater Geldgeber sowie durch Einnahmen aus Benefizkonzerten.

Nach Absprache mit Intonateurin und Montageleiter (Kontaktdaten s.u.) haben interessierte Journalisten die Möglichkeit, sich vor Ort (im Löwengebäude, Universitätsplatz 11, 06108 Halle) ein Bild vom Fortgang der Sanierung zu machen. Auch Foto- und Audioaufnahmen sind möglich. Auf Anfrage können einzelne Fotos von der Universität zur Verfügung gestellt werden.

 

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