Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hallescher Wirtschaftsingenieur legt Bilderbuchstart hin

Karsten Riedl absolvierte Diplom mit „sehr gut“, promovierte und arbeitet nun bei E.ON

Nummer 143/2007 vom 19. Juli 2007
2002 war Karsten Riedl nach zehn Semestern der erste Absolvent der Studienrichtung Wirtschaftsingenieurwesen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Fünf Jahre später ist der gebürtige Hallenser promoviert und hat in einem großen Unternehmen Fuß gefasst: Der 29-Jährige arbeitet bei der E.ON Engineering GmbH in Gelsenkirchen.

„Studium und Promotion an der Martin-Luther-Universität sind sehr positiv verlaufen“, sagt Karsten Riedl rückblickend. „Zudem ist die Arbeitsmarktsituation für Absolventen im Bereich der Ingenieurwissenschaften derzeit gut. Ich konnte mir meinen Arbeitgeber auch nach fachlichen Gesichtspunkten auswählen.“

Der Wirtschaftsingenieur hat dank seiner interdisziplinären Ausbildung vielseitige Kenntnisse erworben. Seine Doktorarbeit („summa cum laude“) schrieb er, gefördert durch ein Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt, zum Thema „Exergetische und exergoökonomische Bewertung von Verfahren und Anlagen der Energie- und Stoffwandlung“.

„Es geht dabei um den Zusammenhang zwischen der Struktur eines betrachteten Systems, zum Beispiel eines Kraftwerks, und der exergetischen Effektivität der Systemelemente“, erläutert Riedl. Exergie nennen die Fachleute jenen Teil der Energie, der unbeschränkt umwandelbar ist und damit die Qualität der Energie beschreibt. Karsten Riedl hat eine Bewertungsmethode beschrieben, mit der sich Aussagen über die Effektivität der Stoff- und Energieumwandlung in einem System ableiten und Verlustursachen erkennen lassen. „Diese Vorgehensweise lässt sich auf ökonomischem Gebiet fortführen, indem man Exergiepreise, Investitions- und Betriebskosten mit betrachtet.“ Der Nutzen für ein Unternehmen: Ineffizienzen und Kostenursachen eines thermodynamischen Verfahrens lassen sich leichter bestimmen, Verbesserungspotenziale werden aufgezeigt.

„Diese Arbeit ist beispielhaft für den interdisziplinären Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, für das Chemie- und Energiedreieck im südlichen Sachsen-Anhalt, für die gesellschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der effizienten Nutzung energetischer und stofflicher Ressourcen und schließlich für das geistige Potenzial, das wir mit unserer bildungshungrigen Jugend haben“, sagt Riedls Doktorvater Prof. Dr. Dietrich Hebecker.

Bei der E.ON Engineering GmbH in Gelsenkirchen sieht der gebürtige Hallenser Riedl nun die Möglichkeit, sein Wissen in der Praxis anzuwenden. „Zudem will ich meinen Wissenstand kontinuierlich ausbauen und weiterentwickeln“, so der 29-Jährige, der bei E.ON an der Entwicklung moderner kohlendioxidarmer Kohlekraftwerke beteiligt ist.

Weitere an der Martin-Luther-Universität ausgebildete Wirtschaftsingenieure stehen vor ihrem Abschluss. Auch sie können an der Nahtstelle zwischen Technik und Wirtschaft tätig werden. Neuimmatrikulationen gibt es in dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen entsprechend der Hochschulstrukturplanung des Landes Sachsen-Anhalt allerdings nicht mehr.

Der Kontakt zu Karsten Riedl kann auf Anfrage gern hergestellt werden. Senden Sie dazu bitte eine E-Mail an: carsten.heckmann@verwaltung.uni-halle.de

 

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