Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hallescher Indologie-Promovend erhält renommierten japanischen Förderpreis

Takahiro Kato bekommt 4000 Euro für seine Forschung an der Martin-Luther-Universität

Nummer 137/2007 vom 09. Juli 2007
Der hallesche Promotionsstudent Takahiro Kato hat von der Mishima Memorial Foundation (Tokio) einen Förderpreis erhalten. Die Stiftung unterstützt den 33-jährigen Japaner, der an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) im Fachgebiet Indologie promoviert, mit 4000 Euro. Die Zahl der Mitbewerber um die international ausgeschriebene Forschungsförderung betrug 269, zum Zuge kamen weltweit 38 Projekte.

Takahiro Kato ist 2006 an die MLU gekommen, weil hier schwerpunktmäßig die indische Ideen- und Philosophiegeschichte vertreten ist. Der Nachwuchsforscher beschäftigt sich mit der Frühgeschichte der indischen Vedanta-Philosophie. Nach Abschluss seines Studiums in Tokio unterzog er sich einer zweijährigen Vorbereitungszeit auf die spezielle Thematik mit indischen Sanskritgelehrten in Poona.

Sein Forschungsthema in Halle ist die Erstausgabe eines Autors (Bhaskara) aus dem 8. Jahrhundert, der sich zeitgenössisch und kritisch mit dem späteren Begründer (Shankara) der indischen „Nationalphilosophie“ (Advaita-Vedanta) und dessen Anspruch auf eine traditionelle Auslegung der Heiligen Schriften des Hinduismus auseinandersetzt. Bhaskara hatte die von Shankara in die Heiligen Schriften hineingetragenen Ideen schon sehr bald nach deren Verbreitung als „frei erfundene“ bekämpft und versucht, mit einem eigenen Kommentar die exegetische „Verfälschung“ nachzuweisen und entsprechend zu berichtigen.

Katos Arbeit gründet sich auf ein seit 40 Jahren als verschollen gegoltenes Typoskript des renommierten Chicagoer Professors J.A.B. van Buitenen, das auf verschlungenen Wegen nach Halle gelangt war. Dieses nachgelassene Typoskript enthält den ersten Versuch, aus allen erhalten geblieben Handschriften das Werk Bhaskaras kritisch zu rekonstruieren. „Mit einer diplomatischen Erstausgabe von van Buitenens Typoskript in Halle, begleitet von einer Neu-Edition wie sie modernen textkritischen Standards genügt, wird Herr Kato diese schmerzliche Quellenlücke auf dem Gebiet der früher indischer Philosophie und Weltanschauung endgültig schließen“, sagt Indologie-Professor Walter Slaje.

(Hintergrundinformation: Von „diplomatischen“ Editionen sprechen die Wissenschaftler, wenn Handschriften bzw. Nachlässe zunächst ohne editorische Eingriffe genauso präsentiert werden, wie sie im Original vorliegen. Im zweiten Durchgang erfolgt dann in der Regel die editorische Bearbeitung mit Fehlerverbesserungen, der Berücksichtigung abweichender Lesarten, der Identifizierung von Zitaten, intratextuellen Bezügen usw. Dann handelt es sich um „kritische“ Editionen.)

 

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