Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Rektor Udo Sträter verteilt "welcome bags" an die neuen Studierenden. (Foto: Maike Glöckner)
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Mehr als 20.000 Studierende an hallescher Universität / Vier von zehn Erstsemestern kommen aus dem Westen

Nummer 168/2012 vom 01. Oktober 2012
Mit mehr als 20.000 Studierenden startet die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg heute in das Wintersemester 2012/13. Ein Viertel davon stammt aus den westlichen Bundesländern, das gab es an der MLU noch nie. Die Zahl der neuen Studierenden erreicht zwar nicht das Rekordniveau aus dem Vorjahr. Doch erneut kommen vier von zehn Erstsemestern aus dem Westen Deutschlands. „Vor dem Hintergrund weiterhin stark sinkendender Abiturientenzahlen in Ostdeutschland ist das für die MLU eine beachtliche Entwicklung“, sagte Rektor Prof. Dr. Udo Sträter heute bei der Jahrespressekonferenz. Sträter zog nach zwei Jahren im Amt eine positive Halbzeitbilanz.

Rund 3800 neue Studierende kann die MLU begrüßen, darunter mehr als 2800 Erstsemester. Ihren Beitrag zur Erfüllung des Hochschulpakts wird die Universität somit aller Voraussicht nach problemlos leisten können. Die vorläufigen Immatrikulationszahlen zeigen, dass bei der Herkunft der Erstsemester wie im Vorjahr Niedersachsen gleich nach Sachsen-Anhalt rangiert.

„Uns war bewusst, dass es schwer werden würde den Erstsemester-Rekord von 2011 zu toppen", sagte Prof. Dr. Christoph Weiser, Prorektor für Studium und Lehre. Vor Jahresfrist hätten der doppelte Abiturjahrgang in Niedersachsen und die Aussetzung der Wehrpflicht eine entscheidende Rolle gespielt. „Dass sich aber weiterhin sehr viele junge Menschen für die MLU entscheiden, zeigt: Die Qualität stimmt. Und auch unsere serviceorientierten Marketing-Aktivitäten machen sich weiterhin bezahlt."

Das habe auch zur Folge, dass die Einschreibungen in zulassungsfreien Fächern wie Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre Größenordnungen erreicht haben, die über die berechnete Kapazität hinausreichen. „Das Rektorat hat bereits Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die entsprechenden Fachbereiche zu unterstützen", erklärte Weiser. „Wir reagieren wie gewohnt schnell und flexibel bei Engpässen. Die neuen Studierenden werden hier ein richtig gutes Studium absolvieren können." Für zusätzliche Lehrkräfte in den aktuell und in den Vorjahren stark nachgefragten Fächern stünden mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Bei den Studiengängen mit universitärem Numerus clausus waren Psychologie und das Lehramt Geographie (Gymnasium) am stärksten nachgefragt (34/23 Bewerber pro Studienplatz), gefolgt von weiteren Lehramtsstudiengängen. Die meisten Einschreibungen gab es wie im Vorjahr bei der Rechtswissenschaft (mehr als 400) - laut CHE-Ranking in Deutschland die beste Jura-Ausbildung an einer staatlichen Hochschule.


Positive Halbzeitbilanz, weitere Profilierung

Rektor Udo Sträter zog bei der Jahrespressekonferenz nach der Hälfte seiner vierjährigen Amtszeit ein positives Zwischenfazit. In der Forschung sei es der MLU gelungen, vielfach national und international auf sich aufmerksam zu machen. „Die Forschungsschwerpunkte in den Bio- und Material sowie den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften festigen sich. Ihre Zukunftsaussichten sind vielversprechend", erklärte Sträter. Davon zeuge unter anderem der anhaltende Erfolg der MLU im Bereich Bioökonomie - und die Tatsache, dass die hallesche Universität im Verbund mit ihren Partnerhochschulen in Jena und Leipzig siegreich aus dem Wettbewerb um das Deutsche Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung hervorgegangen sei. Die MLU zähle zu den forschungsstärksten Universitäten in Deutschland, das habe der aktuelle Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft einmal mehr gezeigt. Auch in der Lehre habe es in den vergangenen zwei Jahren viele gute Entwicklungen gegeben. Als Beispiel nannte Sträter das neue Zentrum für multimediales Lehren und Lernen, das vor kurzem seine Arbeit aufgenommen hat. Es geht zurück auf das erfolgreiche Abschneiden der MLU in der zweiten Runde des „Qualitätspakts Lehre" von Bund und Ländern.

Jetzt gehe es darum, die MLU fit für die Zukunft zu machen. „Die weitere Profilierung der Universität ist von Anfang an das Top-Thema dieses Rektorats gewesen. Wir sind dabei auf einem sehr guten Weg", sagte Sträter. Inzwischen sei die Profildebatte in einem größeren Kontext zu führen. Die MLU müsse aktuell ein Defizit von 6,5 Millionen Euro ausgleichen. Zudem stünden 2013 einige Weichenstellungen an: Der Wissenschaftsrat werde im Sommer die Ergebnisse seiner Evaluation der sachsen-anhaltischen Hochschulen vorlegen - und die Landesregierung werde mit den Hochschulen über neue Zielvereinbarungen verhandeln. „Wichtig ist mir, dass wir jetzt keine defätistische Kürzungsdebatte führen, sondern Wege finden, um unsere Potenziale in sehr guter Weise zusammenführen."

Die Universität müsse zeigen, dass sie mit ihrem aktuellen Budget auskommen kann - um dieses 2013 „mit allen Mitteln" zu verteidigen. Ihr Defizit habe sie bislang abfedern können, „mittelbar durch das Geld aus dem Hochschulpakt, das wir zum Erhalt der bestehenden Studienplätze eingesetzt haben". Doch der Hochschulpakt laufe demnächst aus. Ob er verlängert werde, sei ungewiss. „Daher müssen wir aus dieser Schleife raus und ins Budget rein", sagt Sträter.

Konkret gehe es aktuell um die Frage, welche frei werdenden Stellen wieder besetzt werden sollten und welche nicht. „Fächergruppen können neu miteinander vernetzt oder neu strukturiert werden", erläuterte Sträter. Ein Diskussionspapier habe das Rektorat bereits geliefert. Darin werde auch klar, „dass sich der Prozess bis 2018/19 hinziehen wird". Natürlich dürften bestehende Profilbereiche nicht geschädigt werden, und die Leistungsfähigkeit der MLU müsse erhalten bleiben. „Wir werden mit Sicherheit keine Professuren aus Forschungsschwerpunkten herausnehmen und auch nicht aus Bereichen, die von Studierenden besonders stark nachgefragt werden."

Vor dem Hintergrund der frühestens in einem Dreivierteljahr zu erwartenden Einschätzungen des Wissenschaftsrats könnten sich natürlich neue Rahmenbedingungen erheben, weiß Sträter. „Es kann durchaus sein, dass wir das Einsparpotenzial dann im Herbst 2013 anders definieren als jetzt. Aus meiner Sicht weisen die Vorschläge des Rektorats entsprechenden Spielraum auf."

 

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