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Institut für Polymerwerkstoffe feiert in Merseburg 15-jähriges Bestehen

An-Institut der Martin-Luther-Universität gilt als internationales Kompetenzzentrum

Nummer 105/2007 vom 06. Juni 2007
Am Montag, 11. Juni 2007, findet die Festveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen des Instituts für Polymerwerkstoffe e.V. (IPW), dem ersten An-Institut in Sachsen-Anhalt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, auf dem Campus Merseburg statt.

15 Jahre nach der Gründung gilt das Institut für Polymerwerkstoffe e.V. als internationales Kompetenzzentrum für Polymerforschung und Kunststoffverarbeitung. Die Forschungstätigkeit des Instituts dient dazu, Kunststoffe mit verbesserten Eigenschaften für Anwendungen im Haushalt, Technik, Automobilbau und in der Medizin herzustellen. So zum Beispiel Implantate und Katheter für medizinische Anwendungen. Seit seiner Gründung dient das IPW als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie und widmet sich neben dem Wissenstransfer in die Wirtschaft auch der Organisation und Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen, Symposien und Tagungen. In der Anwendung neuester mikroskopischer und elektronenmikroskopischer Verfahren zur Aufklärung der Struktur-Eigenschafts-Beziehungen von nanostrukturierten Biomaterialien nimmt das IPW weltweit eine Spitzenposition ein.

„Eine unsere wichtigsten Funktionen besteht von Beginn an im Wissenstransfer: Wir helfen kleineren und mittelständischen Unternehmen der Region, die nicht über entsprechende Kapazitäten verfügen, ihre Innovationsfähigkeit zu verbessern“, so Professor Dr. Goerg Michler vom Institut für Polymerwerkstoffe (IPW). Zu den Aufgaben des Instituts zählen dabei u. a . Kunststoffprüfungen und Schadensfallanalysen. Technologie- und Know-How-Transfer gehören ebenso zum Angebot wie diverse Dienstleistungen und Beratungen. Im Lauf der Jahre entwickelten sich eine Reihe von Kooperationsvereinbarungen mit Unternehmen aus dem Raum Halle-Merseburg, u. a. mit der Leunaspan GmbH aus Leuna, für die z. B. eine kostenlose Materialforschung für ein Jahr geleistet wurde.

Das IPW ist eng mit den jetzigen Bereichen Chemie, Physik und Materialwissenschaften an der Martin-Luther-Universität, dem Fraunhofer-Institut in Halle, dem Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum Schkopau und dem Max-Planck-Institut in Halle verbunden. Das Institut hat mehrere größere Forschungsprojekte zur anwendungsorientierten Forschung auf Landes- und Bundesebene initiiert, DFG-Transferprojekte organisiert und das erste vom BMBF geförderte Demonstrationszentrum der neuen Bundesländer geleitet. Das Institut, das von einem Vorstand geleitet wird, gliedert sich in vier Abteilungen und ein Demonstrationszentrum. Ein Unterpfand des Erfolgs der neun Mitarbeiter und weiterer 14 Mitarbeiter in der aus dem IPW hervorgegangenen Polymer Service GmbH Merseburg, die zuvor in den polymerwissenschaftlichen Gruppen des ehemaligen Fachbereiches Ingenieurwissenschaften sowie den Fachbreichen Chemie und Physik der halleschen Universität tätig waren, sind reichhaltige werkstoffwissenschaftliche Erfahrungen.

Der Institutschef belegt die Erfolgsgeschichte des IPW mit Fakten: „1999 gründeten wir das Demonstrationszentrum ,Kreislauffähigkeit von Werkstoffen’, als einziges in den neuen Bundesländern. Im Jahr 2000 waren wir Geburtshelfer bei der Gründung der Polymer Service GmbH Merseburg, die der zügigeren Unterstützung bei der Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in industrielle Nutzung dient.“ 2003 wurde das IPW mit dem Innovationspreis des Landkreises Merseburg-Querfurt für die „Plattform zur Verbesserung der Kreislauffähigkeit von Werkstoffen in Mitteldeutschland“ ausgezeichnet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die internationale Zusammenarbeit. Mit Prof. F. J. Balta Calleja, Direktor des spanischen Instituts „de Estructura de la Materia“, verbindet Prof. Michler eine lange Freundschaft. Er lässt es sich nicht nehmen, an der Festveranstaltung zum 15. Jahrestag am 11. Juni 2007 teilzunehmen.

Ein Beispiel für die Forschungstätigkeit des IPW ist die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Biologische Nanowerkstoffe“, die mit Hilfe eines Transmissions-Elektronenmikroskops der Struktur der Knochen auf der Spur ist. „Aus der Erkenntnis, dass die Funktionalität vieler Biomaterialen in sehr hohem Maße von Strukturen im Mikro- und Nanometerbereich bestimmt wird, begannen wir die Geheimnisse der menschlichen Knochen zu erkunden“, berichtet Dr. Sven Henning, der in dem Team um Prof. Michler gemeinsam mit Physikern, Chemikern und Orthopäden arbeitet. Leicht, elastisch, fest und zäh – mit seinen Eigenschaften kann der Knochen als Vorbild für ganz neue synthetische Materialien dienen, die alle bisherigen in ihrer Belastbarkeit weit übertreffen. In Merseburg testeten die Wissenschaftler den Bio-Werkstoff wie sonst einen Kunststoff. Knochen wurden im 60-Nanometerbereich geschnitten – „das ist so, als ob sie ein Haar in 1000 Teile schneiden würden“, macht Dr. Henning die Dimension deutlich. Insbesondere das Zusammenwirken verschiedener Komponenten der Knochen beschäftigt die Wissenschaftler. „Wir gehen den Konstruktionsprinzipien aus der Natur auf den Grund und lernen daraus“, betont der Physiker.

Festveranstaltung

Montag, 11. Juni 2007, 14-17 Uhr, Saal 2 der Mensa am Campus Merseburg, Geusaer Straße

Begrüßung: Prof. Dr. Goerg H. Michler, Vorstandsvorsitzender IPW e.V.

Grußworte:
Dr. Reiner Haseloff, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt,
Dr. Joachim Welz, Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt,
Dr. Tilo Heuer, Landrat des Kreises Merseburg-Querfurt,
Dr. Christoph Mühlhaus, Geschäftsführer, DOW Olefinverbund GmbH,
Prof. Dr. Bernd Six, Prorektor für strategische Entwicklung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Prof. Dr. Jörg Kirbs, Prorektor für Forschung der Hochschule Merseburg,
Reinhard Rumprecht, Oberbürgermeister der Stadt Merseburg,
Eberhard Doege, Beigeordneter für Ordnung, Sicherheit, Umwelt und Sport der Stadt Halle/Saale,
Dr. Jürgen Andrick, IPW-Beiratsvorsitzender und Geschäftsführer IHK Halle-Dessau

Festvorträge:
Prof. Dr. Dieter Katzer, ehem. Leiter Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik Halle/Saale und
Dr. Dieter Bellgardt, DOW Olefinverbund GmbH

Anschließend Empfang

Nähere Informationen zur Festveranstaltung anlässlich des 15-jährigen Bestehens des IPW finden Sie im Internet unter: www.ipw.uni-halle.de

 

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