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Sammelband über ersten halleschen Ordinarius für Kunstgeschichte

Buchpräsentation am Donnerstag, 22. November 2007, an Martin-Luther-Universität

Nummer 233/2007 vom 16. November 2007
Am Donnerstag, 22.November 2007, um 18 Uhr präsentieren Prof. Dr. Gunnar Brands vom Seminar für Orientalische Archäologie und Kunstgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Kunsthistoriker Prof. Dr. Heinrich Dilly (i.R.) ihren Sammelband über den ersten halleschen Ordinarius für Kunstgeschichte Adolph Goldschmidt.

Der Band enthält die ausgearbeiteten Referate des internationalen Kongresses, der vor drei Jahren aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Instituts (jetzt wieder wie damals: Seminars) für Kunstgeschichte veranstaltet wurde. Die Präsentation findet im Historischen Hörsaal des Löwengebäudes der Martin-Luther-Universität am Universitätsplatz statt. Zu diesem Anlass wird Claudia Rückert, Leiterin des Adolph-Goldschmidt-Zentrums zur Erforschung der romanischen Skulptur und Juniorprofessorin am Kunstgeschichtlichen Seminar der Humboldt-Universität Berlin, einen Vortrag über „Adolph Goldschmidt in Berlin" halten.

Adolph Goldschmidt (1863-1944) war neben Alois Riegl, Franz Wickhoff, Heinrich Wölfflin und seinem Freund Aby M. Warburg der bedeutendste, schulbildende Kunsthistoriker Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie Warburg stammte er aus einer Hamburger Bankiersfamilie jüdischen Glaubens. Anders als Warburg absolvierte er zuerst eine dreijährige Banklehre in London. Von 1884 bis 1889 studierte er Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Germanistik in Jena, Kiel und Leipzig. Aufgrund einer Dissertation über die „Lübecker Malerei und Plastik bis 1530" wurde er 1889 promoviert. 1892 habilitierte er sich mit einer Schrift über den „Albanipsalter in Hildesheim". Bis 1904 lehrte dann als Privatdozent und außerordentlicher Professor neben Herman Grimm und Karl Frey in Berlin. 1904 wurde er Ordinarius für Kunstgeschichte in Halle an der Saale und ab 1912 in Berlin. 1927/28 war er einer der ersten deutschen Gastprofessoren in Harvard.

Zur Emeritierung 1929 hoch gefeiert und 1936 in Harvard mit dem Dr. h.c. geehrt, wurde er 1938 gezwungen, in der Schweiz Schutz vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu suchen. Sechs Jahre lebte er Basel und schrieb dort seine außergewöhnliche Biographie eines ganz geraden, empirischen Wissenschaftlers, den Warburg bisweilen Adölphle nannte. Goldschmidt verfasste Standardwerke über „Die Elfenbeinskulpturen aus der Zeit der karolingischen und sächsischen Kaiser" (1914/18), und die „aus romanischer Zeit" (1923/ 26), über „Die deutsche Buchmalerei" und zusammen mit Kurt Weitzmann über „Die byzantinischen Elfenbeinskulpturen des 10.bis 13.Jahrhunderts" (1930).

Daneben hielt er u. a. als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften zahlreiche Vorträge und verfasste Aufsätze und Rezensionen, so dass man ihn mit Erwin Panofsky zu den umfassendst gebildeten Kunsthistorikern rechnen darf, den auch Künstler, allen voran Max Liebermann und Edvard Munch, hoch schätzten.

Das Buch:
Adolph Goldschmidt (1863-1944). Normal Art History im 20. Jahrhundert.
Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften
1. Aufl . 2007, 420 Seiten
ISBN: 978-3-89739-555-8
Ladenpreis: 55,00 EUR

 

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