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Agrarwissenschaftler auf Woche der Umwelt

Präsentation auf Einladung des Bundespräsidenten im Garten von Schloss Bellvue

Nummer 93/2007 vom 25. Mai 2007
Mit einem Projekt zur Zertifizierung von landwirtschaftlichen Betrieben im Hinblick auf deren Nachhaltigkeit ist das Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) bei der 3. Woche der Umwelt vertreten. Zu der Veranstaltung am 5. und 6. Juni 2007 haben der Bundespräsident Horst Köhler und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt eingeladen. 10.000 geladene Besucher werden im Garten des präsidialen Amtssitzes Schloss Bellevue in Berlin erwartet.

Insgesamt werden dort 180 Aussteller ihre Projekte präsentieren, die sich in einem Bewerbungsverfahren durchsetzen konnten. Weit über 400 Firmen, Hochschulen, Vereine und Verbände hatten sich beworben. Die geladenen Gäste stammen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Beim halleschen Projekt, das die Agrarwissenschaftler in Kooperation mit mehreren Partnern durchführen, geht es um die sogenannte DLG-Nachhaltigkeitszertifizierung. Der Nachhaltigkeitsstandard der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) und die Zertifizierung dokumentieren die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Die Verbesserung der Produktionsprozesse und der betrieblichen Effizienz wird unterstützt. So wird ein wertvoller Beitrag zur Ressourceneinsparung in der Landwirtschaft geleistet. Landwirte stellen mit dem Zertifikat ihre nachhaltige Erzeugung unter Beweis und können die Informationen zur Kommunikation mit ihren Geschäftspartnern, den Abnehmern ihrer Erzeugnisse, Banken, Versicherungen, Verpächtern und der Gesellschaft nutzen, und zwar auf Basis objektiver und transparenter Indikatoren. Für Rohstoffverarbeiter aus den Bereichen Energieproduktion, Lebensmittel und Futtermittel bietet das Zertifikat die Möglichkeit, Rohstoffe aus anerkannt nachhaltiger Produktion auszuwählen und dies zu dokumentieren.

Anhand des von der MLU und ihren Partnern entwickelten Systems zum Nachhaltigkeitsmanagement können landwirtschaftliche Betriebe nach ökologischen und sozioökonomischen Gesichtspunkten bewertet und optimiert werden. Den Systemkern bildet die Software REPRO (MLU/TU München) mit 30 Nachhaltigkeitsindikatoren, darunter Stickstoff-Bilanz-Saldo, Bodenschadverdichtung, Faktorentlohnung, Nettoinvestition, gesellschaftliches Engagement und qualitätssichernde Maßnahmen. Daraus lassen sich eine Wirkungsanalyse und Optimierungsoptionen in den Bereichen Umwelt, Ökonomie und Soziales ableiten. Auswertungsprotokolle für den Nachweis der Standardeinhaltung bei Umwelt, Qualität und Rückverfolgbarkeit werden erstellt.

Das System ist die Basis für die DLG-Nachhaltigkeitszertifizierung nach DIN EN 45011. Diese Zertifizierung ermöglicht eine effiziente Kommunikation der Betriebe innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette mit Handelspartnern, dem Staat, Banken, Versicherungen, Verbrauchern und der Gesellschaft. Die DLG erteilt das Nachhaltigkeitszertifikat, wenn die Nachhaltigkeitsanforderungen (wissenschaftlich abgestimmte Bewertungsfunktionen) für einzelne Indikatoren erfüllt sind.

Die Nachhaltigkeitsanalyse wird von DLG-geschulten Auditoren mit der Software REPRO durchgeführt. Der Standard ist das Ergebnis der Arbeit von Gremien, die von der DLG und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Jahr 2005 eingesetzt wurden. Hier wirken Experten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen, der landwirtschaftlichen Praxis, der Wirtschaft und weiterer gesellschaftlicher Gruppierungen mit.

Das Projekt wird von der DLG, der TU München (Lehrstuhl für ökologischen Landbau, Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen), dem Institut für Nachhaltige Landwirtschaft Halle (Bernhard Wagner) sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Lehrstuhl für allgemeinen Pflanzenbau, Prof. Dr. Olaf Christen) durchgeführt und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt.

 

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