Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Die Japanologin Gesine Foljanty-Jost erhält den Eugen und Ilse Seibold-Preis der DFG. Foto: Markus Scholz
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Mittlerin zwischen Japan und Deutschland: Gesine Foljanty-Jost erhält den Eugen und Ilse Seibold-Preis der DFG

Nummer 085/2015 vom 06. Juli 2015
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ehrt die Politikwissenschaftlerin und Japanologin Prof. Dr. Gesine Foljanty-Jost von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mit dem Eugen und Ilse Seibold-Preis 2015. Neben ihr erhält auch die japanische Familien- und Sozialrechtlerin Prof. Dr. Miyoko Motozawa (Universität Tsukuba) die mit jeweils 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Beide Wissenschaftlerinnen werden für ihr jahrelanges erfolgreiches Engagement, das zum deutsch-japanischen Wissenschaftsaustausch und in besonderer Weise zum Verständnis des jeweils anderen Landes beigetragen hat, ausgezeichnet. Der Preis wird beiden am 7. Oktober in Bonn überreicht.

Die DFG würdigt mit dem Eugen und Ilse Seibold-Preis Gesine Foljanty-Josts jahrzehntelangen Einsatz für den Austausch und die Kooperation zwischen Deutschland und Japan. Sie leiste zudem mit ihrer Arbeit einen zentralen sozialwissenschaftlichen Beitrag zur Japanforschung in Deutschland, heißt es in der Begründung.

Prof. Dr. Foljanty-Jost ist seit 1992 Professorin für Japanologie an der MLU und hat erstmals an einer Universität in den neuen Bundesländern nach 1989 das Fach neu gegründet und dieses kontinuierlich zu einem zentralen Standort deutscher Japanforschung ausgebaut. Im Rahmen des Aufbaus von Forschung und Lehre initiierte sie Partnerschaften mit sechs japanischen Spitzenuniversitäten. Für die Studierenden macht sie diese Partnerschaften mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und des japanischen Bildungsministeriums durch die Organisation regelmäßiger Austauschprogramme und durch deutsch-japanische Sommerschulen nutzbar.

Mehrere dieser Sommerschulen zum Thema Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungspolitik mit Historikern an den Universitäten Halle und Tokio (Tôdai) mündeten 2007 in der Einrichtung des ersten deutsch-japanischen Graduiertenkollegs in den Geisteswissenschaften, das von der Japan Society for the Promotion of Science und der DFG noch bis 2016 gefördert wird und unter dem Rahmenthema „Formwandel der Bürgergesellschaft - Japan und Deutschland im Vergleich" jährlich jeweils zehn Doktoranden und Doktorandinnen an beiden Universitäten qualifiziert. Im Bereich der Forschung führten Gastprofessuren an den Partneruniversitäten zudem zu langjährigen, erfolgreichen Forschungskooperationen.

Wissenschaftspolitisch setzt sich Gesine Foljanty-Jost seit mehr als 30 Jahren für die deutsche Japan-Forschung und die Vernetzung japanischer und deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen ein. 1988 gehörte sie zu der Gruppe von Hochschullehrern, die die Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) gründete, die als interdisziplinäres Forum bis heute Sozialwissenschaftler und Japanwissenschaftler zusammenführt. Dem Vorstand der deutschen Gesellschaft für Asienkunde e.V. gehörte sie ebenso wie dem Vorstand der Gesellschaft für Japan-Forschung an. 2009 richtete sie den Japanologentag in Halle aus, die bedeutendste Fachkonferenz der Japanforschung im deutschsprachigen Raum.

Gesine Foljanty-Jost ist seit 2008 Mitglied des Stiftungsrats des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin und im Deutsch-Japanischen Forum. Sie wurde 2008 zum Mitglied und 2012 zur Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Instituts für Japanforschung, Tokio, in der Max-Weber-Stiftung gewählt.

Auf regionaler Ebene hat Gesine Foljanty-Jost die Gründung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Halle-Saalekreis als Mitglied des Vorstands mit aufgebaut. Die Gesellschaft ehrte sie 2010 mit der Ernennung zur Ehrenpräsidentin.

Für ihren großen Einsatz für die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland verlieh ihr bereits die japanische Regierung 2014 den Orden der Aufgehenden Sonne - eine der höchsten Ehrungen, die Ausländern in Japan zuteilwerden kann.

Der Eugen und Ilse Seibold-Preis der DFG wird seit 1997 etwa alle zwei Jahre an japanische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Die Mittel für den Preis stammen aus einem von Eugen und Ilse Seibold gestifteten Fonds. Die Erträge dienen der Förderung der Wissenschaft und der Verständigung zwischen Deutschland und Japan.

Pressemitteilung der DFG: www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung_nr_35/index.html

 

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