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Urpferdchen und Riesenvögel: Weltberühmte Geiseltal-Fossilien im Naturkundemuseum Leipzig

Nummer /  vom 18. April 2016
Die Geiseltalsammlung des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist aufgrund ihrer zahlreichen gut erhaltenen Fossilien, die alle in Kohle entstanden sind, weltweit einmalig. Die tourende Sonderausstellung "Aus der Morgendämmerung: Pferdejagende Krokodile und Riesenvögel" zeigt ab Mittwoch, 20. April 2016, am Naturkundemuseum Leipzig die Originalfossilien, digitale Erklärungsmodelle, historische Fotos und vor allem maßstabsgetreue Skelettrekonstruktionen. Bis Mitte August können sich Besucher ein eigenes Bild von den Tieren aus der "Zeit der Morgenröte", dem Erdzeitalter des Eozäns, vor 45 Millionen Jahren, machen.

Wen mussten die winzigen Urpferde fürchten? Wovon ernährten sie sich? Warum gab es riesengroße Vögel? Waren diese gefährlich? Und wie konnten so viele Arten an Krokodilen in einem einzigen Lebensraum zusammenleben? Seit rund einem Jahrhundert wird an den Eozän-Fossilien des Geiseltals bereits geforscht und dennoch gibt es immer Neues zu entdecken. Mit einer Förderung der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms "Fellowship Internationales Museum" konnte mit Dr. Alexander K. Hastings ein Gastwissenschaftler aus den USA die Sammlung über eineinhalb Jahre hinweg intensiv bearbeiten. "Die Forschungsergebnisse von Dr. Alexander Hastings zu verschiedenen Krokodilarten und deren Beutespektren haben alle Erwartung eines ersten ökologischen Blicks auf das eozäne Geiseltal übertroffen: Erdgeschichtlich nie zuvor und nie danach lebten so viele Krokodilarten im gleichen Biotop", sagt Dr. Frank Steinheimer, Leiter des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen. "Auch die aktuellen Erkenntnisse aus den laufenden Studien des langjährigen Kustos der Sammlung Dr. Meinolf Hellmund zum Riesenlaufvogel Gastornis hätten spannender nicht ausfallen können", so Steinheimer weiter.

Die Ausstellung, die mit einer weiteren Förderung der Kulturstiftung des Bundes 2015 in den Räumen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle realisiert werden konnte, fokussiert daher auf diese neuen Ergebnisse aus dem außergewöhnlichen Fossilerbe des Landes Sachsen-Anhalt, das das Prädikat "national wertvolles Kulturgut" trägt. Die in Deutsch und Englisch gehaltene Schau erklärt das Leben im subtropischen Klima des Geiseltals anhand faszinierender Originalfossilien, unterstützt durch digital erzeugte Bilder und aufwändige Skelettrekonstruktionen. "Die Ausstellung ist ein Beweis dafür, dass sich während des wesentlich wärmeren Klimas vor 45 Millionen Jahren im Vergleich zu heute eine reichhaltige Biodiversität ausgebildet hat", so Frank Steinheimer.

Website: www.geiseltal-ausstellung.de

Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog erschienen: Alexander K. Hastings, Meinolf Hellmund: Aus der Morgendämmerung: Pferdejagende Krokodile und Riesenvögel. Neueste Forschungsergebnisse zur eozänen Welt Deutschlands vor ca. 45 Millionen Jahren, 120 Seiten, ISBN: 978-3-940744-61-6

Daten der Ausstellung:
Aus der Morgendämmerung: Pferdejagende Krokodile und Riesenvögel
Sonderausstellung des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
In den Ausstellungsräumen des Naturkundemuseums, Lortzingstraße 3, 04105 Leipzig
20. April bis 14. August 2016, dienstags bis donnerstags 9 bis 16:30 Uhr, freitags 9 bis 13:00 Uhr, samstags und sonntags 10-16:30 Uhr
Eintritt: 1 Euro, ermäßigt 0,50 Euro

 

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