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Katastrophenschutz: 1,8 Millionen Euro fließen in neues Projekt zur Koordination freiwilliger Helfer

Nummer 056/2016 vom 03. Mai 2016
Bei Hochwasser ist das Engagement freiwilliger Helfer wichtig und gefragt. Deren Selbstorganisation über sozialen Medien stößt aber schnell an Grenzen. Werden tausende Freiwillige spontan aktiv, führt das oft dazu, dass diese an überfüllten Orten ankommen, während an anderen Stellen helfende Hände fehlen. Das stellt auch die Behörden vor Herausforderungen. Hier setzt das an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg koordinierte Projekt "KUBAS" an: Mit drei Verbundpartnern soll ein System entwickelt werden, das zwischen dem Bedarf der Behörden und den Helfern zielgerichtet vermittelt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,8 Millionen Euro.

Im Projekt "Koordination ungebundener vor-Ort-Helfer zur Abwendung von Schadenslagen", kurz: KUBAS, soll in den kommenden drei Jahren erforscht werden, wie das enorme Hilfspotenzial freiwilliger Helfer, etwa bei Naturkatastrophen und auch der Versorgung Flüchtender, zukünftig zielführend eingesetzt werden kann. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf Basis des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit". Leiter ist Prof. Dr. Stefan Sackmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Halle. Die erste Idee für das Projekt entstand bereits während des Saale-Hochwassers 2013 an seinem Lehrstuhl. Nun sollen gemeinsam mit der Katastrophenschutzbehörde der Stadt Halle (Saale), der Universität Regensburg und der Esri Deutschland GmbH innovative Verfahren entwickelt werden, die die Bewältigung der gewaltigen Koordinationsaufgaben beim Einsatz freiwilliger Helfer ermöglicht.

Im Kern wird hierfür erstmals ein System entwickelt, das durch die Nutzung moderner IT-Systeme und Kommunikationskanäle automatisiert zwischen dem Hilfsbedarf der Katastrophenschutzbehörde und den Hilfsangeboten aus der Bevölkerung vermittelt und dafür sorgt, dass die richtigen Helfer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Die entstehende Plattform soll Teil der bereits bestehenden IT-Strukturen der Katastrophenschützer werden und für die freiwilligen Helfer über ihre gewohnten Kommunikationskanäle, also Soziale Netzwerke oder Apps, funktionieren. Damit stehen nicht nur eine verbesserte Koordination, sondern auch die Entlastung des Krisenstabs sowie die Etablierung von offenen und datenschutzkonformen Schnittstellen als Ziele auf der Agenda der Wissenschaftler und Entwickler. 

Die praktische Nutzbarkeit des KUBAS-Systems wird im Laufe des Projektes durch mehrere Katastrophenschutzübungen überprüft und getestet. Dabei wird das Projekt auch von vielen weiteren Partnern, wie dem Arbeiter- und Samariter-Bund, den Johannitern, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, dem Land Sachsen-Anhalt, dem Technischen Hilfswerk, dem TÜV Rheinland und auch anderen Forschungseinrichtungen unterstützt.

 

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