Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Gesine Foljanty-Jost wird mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt.
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Japanologin Gesine Foljanty-Jost erhält das Bundesverdienstkreuz

Nummer 088/2016 vom 03. August 2016
Für ihr großes Engagement um die Internationalisierung erhält Gesine Foljanty-Jost, Professorin für Japanologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Ihr wird die Auszeichnung am Dienstag, 9. August, durch Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff im Rahmen eines Festakts in der Magdeburger Staatskanzlei überreicht.

Mit dem Bundesverdienstkreuz wird Prof. Dr. Gesine Foljanty-Josts großer Einsatz für den Hochschulstandort Sachsen-Anhalt gewürdigt. Sie habe diesen in Japan bekannt gemacht und diene damit der Internationalisierung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, heißt es in der Begründung.

Gesine Foljanty-Jost ist seit 1992 Professorin für Japanologie an der MLU. Sie hat erstmals an einer Universität in den neuen Bundesländern nach 1989 das Fach Japanologie neu gegründet und dieses kontinuierlich zu einem zentralen Standort deutscher Japanforschung ausgebaut. So initiierte sie Partnerschaften mit sechs japanischen Spitzenuniversitäten. Auch für die Studierenden macht sie diese Partnerschaften mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und des japanischen Bildungsministeriums durch die Organisation regelmäßiger Austauschprogramme und durch deutsch-japanische Sommerschulen nutzbar.

Mehrere dieser Sommerschulen zum Thema Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungspolitik mit Historikern an den Universitäten Halle und Tokio (Tôdai) mündeten 2007 in der Einrichtung des ersten deutsch-japanischen Graduiertenkollegs in den Geisteswissenschaften überhaupt, das von der Japan Society for the Promotion of Science und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird und unter dem Rahmenthema "Formwandel der Bürgergesellschaft - Japan und Deutschland im Vergleich" jährlich jeweils zehn Doktoranden und Doktorandinnen an beiden Universitäten qualifiziert. Im Bereich der Forschung führten Gastprofessuren an den Partneruniversitäten zudem zu langjährigen, erfolgreichen Forschungskooperationen.

Wissenschaftspolitisch setzt sich Gesine Foljanty-Jost seit mehr als 30 Jahren für die deutsche Japanforschung und die Vernetzung japanischer und deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen ein. 1988 gehörte sie zu der Gruppe von Hochschullehrern, die die Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung gründete, die als interdisziplinäres Forum bis heute Sozialwissenschaftler und Japanwissenschaftler zusammenführt. Dem Vorstand der deutschen Gesellschaft für Asienkunde e.V. gehörte sie ebenso wie dem Vorstand der Gesellschaft für Japanforschung an. 2009 richtete sie den Japanologentag in Halle aus, die bedeutendste Fachkonferenz der Japanforschung im deutschsprachigen Raum.

Gesine Foljanty-Jost ist seit 2008 Mitglied des Stiftungsrats des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin und im Deutsch-Japanischen Forum. Sie wurde 2008 zum Mitglied und 2012 zur Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Instituts für Japanforschung, Tokio, in der Max-Weber-Stiftung gewählt.

Auf regionaler Ebene hat Gesine Foljanty-Jost die Gründung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Halle-Saalekreis als Mitglied des Vorstands mit aufgebaut. Die Gesellschaft ehrte sie 2010 mit der Ernennung zur Ehrenpräsidentin.

Für ihren großen Einsatz für die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland verlieh ihr bereits 2014 die japanische Regierung den Orden der Aufgehenden Sonne - eine der höchsten Ehrungen, die Ausländern in Japan zuteilwerden kann. Die DFG ehrte sie 2015 mit dem Eugen und Ilse Seibold-Preis für ihr jahrelanges erfolgreiches Engagement, das zum deutsch-japanischen Wissenschaftsaustausch und in besonderer Weise zum Verständnis des jeweils anderen Landes beigetragen hat.

 

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