Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

In der neuen Ausstellung des Botanischen Gartens können mikroskopische Aufnahmen einzelner Pflanzenstrukturen mittels QR-Code abgerufen werden.
Foto: Uni Halle / Katharina Ziegler
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Verborgene Welten: Neue Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Halle

Nummer 096/2016 vom 13. September 2016
Leuchtend bunt und mikroskopisch nah: Seit kurzem können Besucher des Botanischen Gartens der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mit Hilfe von QR-Codes und ihrem Handydisplay den Pflanzen noch näher kommen. Die Ausstellung "Verborgene Welten" ermöglicht den Blick auf Detailaufnahmen, die weder mit bloßem Auge noch mit der Lupe zu erkennen sind.

Die Ausstellung umfasst 14 Pflanzenarten und wird kontinuierlich erweitert. Mit Hilfe von QR-Codes, die neben den Pflanzen angebracht sind, werden die Informationen Interessierten nähergebracht. Scannt der Besucher die Codes mittels Smartphone oder Tablet, zeigen sich farbenfrohe Mikroskopaufnahmen von bestimmten Ausschnitten der Pflanze. Doch auch wer kein Smartphone besitzt, kann die Aufnahmen bestaunen: Im kürzlich renovierten Waschhaus, dem ältesten Gebäude der Universität Halle, hängt ein einfach mit den Fingern zu bedienender Touchscreen, auf dem die Bilder angeschaut werden können.

Die Aufnahmen, die auf dem Display zu sehen sind, wurden von Dr. Matthias Hoffmann, dem Kustos des Botanischen Gartens der MLU, mit Maßstab und zum Teil auch mit Erklärungen versehen, sodass auch dem Laien klar wird, was er vor Augen hat. Hoffmann war es auch, der die Idee für die Ausstellung hatte, die durch eine großzügige Spende einer Gartenliebhaberin möglich wurde. Der Botaniker hat sich bewusst dagegen entschieden, die am Computer erzeugten Bilder auf Tafeln zu drucken. "Die Aufnahmen sind so detailreich und von einer außerordentlichen Farbbrillanz, beides geht bei dem Druck auf Tafeln verloren", so Hoffmann. Weiter erklärt der Kustos: "Beim Blick auf das Handy haben die Besucher die gleiche Erfahrung wie der Wissenschaftler am Mikroskop, wo die Anschauungsobjekte in ihrer ganzen Faszination zur Geltung kommen."

Die mikroskopischen Aufnahmen werden nach dem Prinzip der erweiterten Tiefenschärfe am Rechner erzeugt. Dabei werden mehrere Aufnahmen des Untersuchungsobjekts gemacht, wobei der Fokus immer auf einer anderen Ebene liegt, während der Rest des Objekts unscharf ist. Für das endgültige Resultat werden dann alle Aufnahmen vom Rechner miteinander verbunden. So fügen sich die scharfen Sequenzen der Einzelbilder zu einem neuen Bild zusammen, welches dann das ganze Objekt vollkommen scharf zeigt.

Doch die schillernden Ergebnisse haben nicht nur einen ästhetischen Wert für die Besucher. Auch für den Fachmann eröffnen sich dadurch ganz neue Perspektiven. So werden Pflanzendetails in einer vorher nicht gekannten Detailtreue ersichtlich. "Dadurch lassen sich Strukturen erkennen, von deren Funktion wir keine Ahnung haben und die vielleicht lohnende Objekte für wissenschaftliche Untersuchungen sind", erklärt Hoffmann.

Ausstellung: "Verborgene Welten"
Botanischer Garten der Universität Halle
Am Kirchtor 3, 06108 Halle (Saale)
Saisonöffnung bis 28. Oktober 2016: Montag bis Freitag: 14 bis 18 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr
Der Ausstellungsbesuch ist im Eintrittspreis des Botanischen Gartens enthalten. Erwachsene bezahlen 2 Euro, ermäßigt und Kinder ab 6 Jahre 1 Euro.

 

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