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Erfolg für Polenstudien in Halle und Jena: Aleksander-Brückner-Zentrum erhält weitere Förderung

Nummer 103/2016 vom 29. September 2016
Das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien (ABZ) kann seine Arbeit auch in Zukunft fortsetzen. Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit kündigte an, das Zentrum für die nächsten zwei Jahre weiter zu fördern. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung setzen ihre Förderung fort, sodass dem Zentrum für die neue Förderphase rund 500.000 Euro zur Verfügung stehen. Das ABZ ist eine gemeinsame Einrichtung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU).

Das Zentrum hat im Oktober 2013 seine Arbeit aufgenommen und befasst sich mit polnischer Gesellschaft, Sprache und Kultur in Geschichte und Gegenwart. "Wir verfolgen in unserer Arbeit einen interdisziplinären, in den Regionalstudien verwurzelten Ansatz und verbinden Erkenntnisse etwa aus den Sprach- oder Politikwissenschaften mit historischen Studien. Polen interessiert uns als dynamischer Bestandteil eines größeren europäischen Zusammenhangs", sagt Yvonne Kleinmann, Professorin für Osteuropäische Geschichte an der MLU und Geschäftsführende Direktorin des Zentrums. So hat das Zentrum im Wallstein Verlag die Buchreihe "Polen: Kultur - Geschichte - Gesellschaft" etabliert, die aktuelle Ergebnisse aus der interdisziplinären Polenforschung versammelt. Außerdem arbeiten Mitglieder des Zentrums mit einem internationalen Autorenkreis unter Leitung des halleschen Historikers Prof. Dr. Michael G. Müller an einem vierbändigen Handbuch zur Geschichte Polens vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert. Der interdisziplinäre Ansatz hat auch die Gutachter überzeugt: Das Zentrum hebe sich dadurch von anderen Einrichtungen für Regionalstudien ab und könne auch Impulse für die Auseinandersetzung der Polen mit ihrer eigenen Geschichte liefern.

Zum Wintersemester 2013/2014 wurde in Halle und Jena außerdem der deutschlandweit einmalige Masterstudiengang "Interdisziplinäre Polenstudien" eingerichtet. "Ziel des Studiums, das wir als Lernen mit Polen über Polen begreifen, ist ein historisch vertieftes Verständnis polnischer Gesellschaft und Kultur", so Kleinmann. Die Studierenden erwerben dafür nicht nur in Seminaren die nötige Sprachpraxis und Landeskenntnis - auch ein sechsmonatiger Studienaufenthalt an einer polnischen Universität ihrer Wahl ist Teil des Studiums. Finanzielle Unterstützung erhalten die Studierenden während dieser Phase durch den DAAD, der für den Auslandsaufenthalt Stipendien zur Verfügung stellt.

Ein weiteres Ziel des Zentrums ist es, die polnische Kultur in die Öffentlichkeit zu tragen: So organisieren die Mitarbeiter des ABZ etwa öffentliche Filmreihen, Lesungen und Diskussionsrunden zu aktuellen Themen sowie die öffentliche Ringvorlesung "Was Sie schon immer über Polen wissen wollten (oder sollten)".

In der kommenden Förderphase sollen das internationale Netzwerk des ABZ und der Bereich der Promotions- und Graduiertenförderung weiter ausgebaut werden. Einen neuen Schwerpunkt stellt die interdisziplinäre Rechtsforschung dar: Geplant ist, die polnische Rechtskultur vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart in ihren europäischen und internationalen Verflechtungen zu erforschen und dabei historische, rechtwissenschaftliche, ethnologische, linguistische und politikwissenschaftliche Fragestellungen miteinander zu verbinden.

Die Förderung des Zentrums durch die deutsch-polnische Stiftung ist insgesamt auf fünf Jahre begrenzt. Danach haben sich die beiden Hochschulen verpflichtet, das Zentrum aus eigenen Mitteln weiterzuführen.

Weitere Informationen zum Zentrum unter: http://www.aleksander-brueckner-zentrum.org

 

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