Fotos: Sabine Both/Helge Bruelheide
Neues Experiment zur Biodiversität in subtropischen Wäldern Chinas
„Ziel des Projektes ist die Analyse des Einflusses von Baum- und Strauch-Diversität auf Ökosystem-Funktionen und Dienstleistungen in einem der bedeutendsten Diversitäts-Hotspots der nördlichen Hemisphäre", erklärt der hallesche Geobotaniker Prof. Dr. Helge Bruelheide. Unter Verwendung eines Artenpools von rund 100 heimischen Baum- und Strauch- Arten ist geplant, experimentelle Waldbestände auf einer Fläche von 100 ha zu pflanzen, die sowohl in Baum- als auch Strauch- Artenreichtum variieren. Dabei soll eine Vielzahl an Biodiversitäts- und Ökosystemvariabeln erfasst werden, um die Dynamik dieser Waldbestände und ihre Bedeutung für Primärproduktivität, Kohlenstoff- und Stickstofffestlegung, Nährstoffkreislauf und Schutz vor Bodenerosion zu erfassen. Der experimentelle Ansatz wird zudem ergänzt werden durch Vergleichsuntersuchungen in bestehenden natürlichen Wäldern.
Das Projekt wird durchgeführt in enger Zusammenarbeit zwischen chinesischen und europäischen Wissenschaftlern mit komplementären Forschungsschwerpunkten und Fertigkeiten. Der gemeinsame Forschungsansatz soll dazu beitragen, eine der zentralsten Streitfragen in der Ökologie angesichts globaler Umweltveränderungen zu klären: Wie kann in Anbetracht multipler Stressfaktoren Pflanzen-Diversität bei der Einrichtung von Waldbeständen eingesetzt werden, um Umweltprozesse zu stabilisieren und wesentliche Ökosystem-Dienstleistungen aufrechtzuerhalten?
Auf europäischer Seite wirken im Projekt Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz mit, die eine Vielzahl von Disziplinen vertreten, von Ökologie, Botanik und Zoologie über Mykologie, Forstwissenschaften und Bodenkunde bis hin zu Statistik und Informatik.