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„Stellenkürzung ist das falsche Signal“

Rektorat der Martin-Luther-Universität äußert Unverständnis über Kabinettserklärung

Nummer 048/2007 vom 27. März 2007
Die Erklärung des sachsen-anhaltischen Kabinetts, im Zuge des Personalentwicklungskonzepts 2007-2020 gebe es auch an den Hochschulen ein "Abbaupotenzial" von 1334 Stellen, ist an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) auf Unverständnis gestoßen.

"Eine Stellenkürzung ist das falsche Signal", sagte MLU-Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock. Er verlieh seinem Zweifel an der Grundlage der Kabinettsüberlegungen Ausdruck. "Das mittel- bis langfristige Einsparpotenzial soll aufgrund des zu erwartenden Rückgangs der Studierenden- und Studienanfängerzahlen im Land gegeben sein. Doch es ist nicht nachvollziehbar, warum die prognostizierte Entwicklung der Studierendenzahl in Sachsen-Anhalt für die Finanzierung der MLU bestimmend sein soll. Dagegen sprechen die zunehmend höhere Studierwilligkeit der Schulabgänger, die verstärkte Zuwanderung Studierender aus anderen Bundesländern und der EU sowie der steigende Anspruch an Weiterbildung."




Die Martin-Luther-Universität wirke darauf hin, dass das für das Land errechnete "demographische Tal" die Studienplatznachfrage wenig oder gar nicht beeinflusse. "Wir denken, dass unsere Universität auch in Zukunft viele Studierwillige anziehen wird", sagte Diepenbrock. Zunächst werde sich der doppelte Abiturjahrgang in den Studierendenzahlen niederschlagen, bis 2014 werde dann der Andrang durch die Nachfrage aus den alten Bundesländern zunehmen. "Dem Hochschulpakt 2020 zufolge sind wir angehalten, unsere Erstsemesterzahlen von 2005 aufrecht zu erhalten. Mit weniger Personal wird das nicht zu machen sein." 2005 hatte die MLU 2800 Erstsemester aufgenommen.



"Spätestens 2014 werden wir uns zudem, zum Beispiel durch unsere Forschungscluster, auf dem europäischen Markt positioniert haben, sodass wir auch hier von einer erhöhten Attraktivität ausgehen können", so der Rektor. Die MLU sei durch Forschung, Studium, Lehre und Weiterbildung ein entscheidender Träger der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Sachsen-Anhalts. Dies gelte es zu erhalten.

 

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