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Mit Gentechnik zu Proteinen

Internationale Konferenz von Proteinforschern vom 1. bis 3. März in Halle

Nummer 031/2007 vom 27. Februar 2007
Nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und dem vieler anderer relevanter
Organismen gilt es nun, die enorme genetische Information zu nutzen. Eine Möglichkeit ist die gentechnologische Herstellung von Proteinen, sogenannten rekombinanten Proteinen. Sie spielt eine zunehmende wirtschaftliche Rolle. Über diese Proteine tauschen sich Experten aus aller Welt vom 1. bis 3. März in Halle aus. Die dritte hallesche Konferenz zur Produktion rekombinanter Proteine wird vom Institut für Technische Biochemie e.V. organisiert, einem An-Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Die Konferenz geht auf eine Initiative des an der MLU angesiedelten Landesexzellenznetzwerks "Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung" mit mehreren Partnern zurück: der MLU selbst, dem Mitteldeutschen Zentrum für Struktur und Dynamik der Proteine und der Scil Proteins GmbH. Die "3rd Halle Conference on Recombinant Protein Production" findet im Audimax der Universität statt.

"Der Bedarf an rekornbinanten Proteinen ist so groß wie nie zuvor, und er wächst weiter", erklärt Prof. Dr. Rainer Rudolph, Leiter der Abteilung Technische Biochemie des Institutes für Biochemie und Biotechnologie und Vorsitzender des Instituts für Technische Biochemie e.V. "Dabei beschränkt sich das Interesse nicht nur auf akademische Projekte. Die Produktion rekombianter Proteine spielt eine zunehmend wirtschaftliche Rolle. Längst nicht mehr der einzige Anwender, aber immer noch finanzielles Schwergewicht und Vorreiter ist dabei die Pharma-Industrie, die eine wachsende Zahl von Proteinen als Entwicklungswerkzeuge, Teile diagnostischer Methoden und für therapeutische Zwecke einsetzt."

Auf der "Halle Conference" werden renommierte Experten aus akademischer Forschung und Industrie, aktuelle Beiträge zur Produktion großer Mengen qualitativ hochwertiger Proteine präsentieren. Dies betrifft die industrielle Produktion, alternative Wirtssysteme für die Produktion rekombinanter Proteine ebenso wie rekombinante Impfstoffe, neue Bindemoleküle oder die Verbesserung therapeutischer Proteine durch chemische Modifizierung.

"Der Standort Halle ist durch eine lange und äußerst erfolgreiche Tradition auf dem Gebiet der
Proteintechnologie gekennzeichnet", sagt Professor Rudolph. In dem durch das Land Sachsen-Anhalt geförderten biowissenschaftlichen Netzwerk "Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung" werden Forschungsprojekte zur Untersuchung von Proteinkonformationen, Modifikationen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die therapeutische Intervention untersucht. Des weiteren ist es mit der Etablierung des Mitteldeutschen Zentrums für Struktur und Dynamik der Proteine gelungen, einschlägige Expertise auf dem Gebiet der Strukturbiologie am Standort Halle zu bündeln.

Parallel wird derzeit im Rahmen der BMBF-Innovationsinitiativen "InnoProfile" und "Zentren für Innovationskompetenz" ein Projekt zum Thema "Neue Methoden zur künstlichen Erzeugung von hochaffinen und hochspezifischen Bindeproteinen" etabliert bzw. ein Zentrum zur Strukturaufklärung von Membranproteinen konzipiert.

Die Thematik der genannten Forschungsverbünde wird durch die "3rd Halle Conference on
Recombinant Protein Production" aufgegriffen. Mit dieser Konferenz, die nunmehr zum
dritten Mal stattfindet, wird in Halle ein internationales Forum zur Präsentation und
Diskussion relevanter Entwicklungen auf dem Gebiet der Produktion und Anwendung
rekombinanter Proteine etabliert. Durch die Auswahl der Themen und der Vortragenden soll der Kontakt und die Kooperation zwischen akademischer Forschung und Industrie gefördert werden.

Da für die Veranstaltung grundsätzlich keine Teilnahmegebühr erhoben wird, nehmen auch
viele Studierende die Gelegenheit wahr, erstmals eine wissenschaftliche Tagung zu besuchen.
Für sie bietet diese Veranstaltung zudem die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen im akademischen und industriellen Umfeld hautnah zu erleben sowie sich über mögliche Berufsaussichten zu informieren.

 

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