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Neuer Studiengang: Sportpsychologie will gelernt sein

Nummer 144/2008 vom 05. Juni 2008
Ab dem kommenden Wintersemester bietet die Martin-Luther-Universität (MLU) den neuen Master-Studiengang „Angewandte Sportpsychologie“ an. Er ist der einzige universitäre Präsenzstudiengang seiner Art und wurde von Prof. Dr. Oliver Stoll, sportpsychologischer Betreuer der deutschen Nationalmannschaft im Wasserspringen, ins Leben gerufen.

Jürgen Klinsmann brachte die entscheidende Wende. Er stellte 2004 als Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft einen Sportpsychologen für sein Team ein. „Seitdem boomt das Feld und ich bekomme immer wieder Anfragen", so Oliver Stoll, Professor für Sportpsychologie und Sportpädagogik an der MLU. In Deutschland befindet sich das Berufsfeld aber noch in der Entwicklung. Stoll möchte dafür einen entscheidenden Beitrag leisten und hat den Masterstudiengang Angewandte Sportpsychologie konzipiert. „Man braucht einen qualitätssichernden Studiengang. Ich denke, dass das ein Berufsfeld mit Zukunft ist."

Nun startet zum Wintersemester 2008/2009 der neue Master-Studiengang Angewandte Sportpsychologie am Institut für Medien, Kommunikation und Sport an der MLU. Er ist ein Präsenzstudiengang und hat eine Regelstudienzeit von vier Semestern.

Ziel des neuen Aufbaustudiums ist es, die Studenten für eine berufliche Tätigkeit im Leistungssport zu qualifizieren. Sie erwerben Kompetenzen, um die im Leistungssport aktiven Athleten in ihrer Leistungsentwicklung psychologisch zu begleiten und zu unterstützen. Dazu zählen die Optimierung von Bewegungslernen sowie der Emotions- und Motivationsregulation. Sie erlernen, kognitive Prozesse richtig einzuschätzen um somit zum Beispiel ein mentales Training oder eine Strategie zur Aufmerksamkeitsregulation individuell auf die Sportler abzustimmen. Es werden Fähigkeiten in sozialpsychologischen Grundlagen bei Gruppen vermittelt, damit später eine optimale Teambetreuung stattfinden kann. Außerdem lernen sie, psychopathologische und klinische Symptome zu erkennen, um dadurch auch gesundheitlich präventive Maßnahmen zu treffen. Nach dem Studium können sie zum Beispiel in die Selbstständigkeit gehen oder auch in Vereinen bzw. Verbänden arbeiten.

Voraussetzung für die Zulassung zum Master-Studienprogramm ist der Nachweis eines abgeschlossenen Bachelor - oder Diplomstudiums in Sportwissenschaft oder Psychologie. Neben der Abschlussnote spielt ein Auswahlgespräch eine große Rolle. Dabei wird sowohl nach den Qualifikationen als auch nach der Motivation gefragt. Prof. Dr. Stoll ist sich sicher: „Der Markt für ein solches Studium ist da, und die Akzeptanz wird kommen."

Die MLU gewährleistet für die Studenten eine optimale Betreuung durch die Dozenten, da pro Jahr nur zehn Bewerber zugelassen werden sollen. Ein weiterer Pluspunkt sind die guten Kontakte von Prof. Dr. Stoll. Er ist seit einem halben Jahr sportpsychologischer Betreuer der deutschen Nationalmannschaft im Wasserspringen und auch für die Olympischen Spiele 2008 in Peking als Sportpsychologe vorgesehen. Außerdem berät er die finnischen U-18- und U-16- Eishockeynationalmannschaft bei psychologische Fragen. „Die Chance, gleich mit Topathleten arbeiten zu können, ist bei uns groß", erklärt er. Dadurch sind die Voraussetzungen für einen praxisnahen Studiengang gegeben.

Es gibt in Deutschland noch zwei andere Universitäten, die einen Studiengang zur Sportpsychologie anbieten. Dort ist das Studium im Gegensatz zu Halle hauptsächlich berufsbegleitend konzipiert und auch die Studiengebühren sind deutlich höher. In Halle kostet das Studium 1400 Euro, also 350 Euro pro Semester. Prof. Dr. Stoll ist überzeugt: „In Europa sind wir mit unserem Konzept vorne dabei."

 

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