Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gebäudeübergabe an Martin-Luther-Universität: Konzentration der Naturwissenschaften schreitet voran

Nummer 199/2008 vom 21. Juli 2008
Das Land Sachsen-Anhalt übergibt heute (21. Juli 2008) auf dem ehemaligen Kasernengelände Heide-Süd in Halle zwei Forschungsgebäude an die Bereiche Experimentelle Physik und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Gebäude wurden für die MLU saniert bzw. neu errichtet. Die Universität kommt damit ihrem Ziel der Konzentration der Naturwissenschaften am Weinberg Campus immer näher. Die Vorfreude bei den künftigen Nutzern ist groß.

Nachdem bis 2004 Informatiker, Mathematiker und Geowissenschaftler den Komplex am Von-Seckendorff-Platz bezogen hatten, folgen nun sukzessive Agrar- und Ernährungswissenschaftler, Physiker und Chemiker am gegenüberliegenden Von-Danckelmann-Platz. „Es beginnt die Phase der vollständigen Nutzung der Altbausubstanz in Heide-Süd durch die MLU", konstatiert Dr. Martin Hecht, Kanzler der Martin-Luther-Universität. „Wir hoffen, dass die anderen Projektabschnitte schnellstmöglich realisiert werden, damit aus der Kaserne eine Universität wird." Das Gelände sei ein wesentlicher Pfeiler in der strategischen Gebäudeverteilung der Universität in der Stadt Halle. „Neben dem Universitätsplatz mit angrenzendem Universitätsviertel und den Franckeschen Stiftungen bildet der Weinberg Campus den dritten Standort."

Für drei Millionen Euro wurde das Gebäude der Ernährungswissenschaften saniert, das über rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche verfügt und den U-förmigen Komplex am Von-Danckelmann-Platz schließt. „Wir hatten das Glück, dass wir dieses Gebäude nach unseren eigenen Vorstellungen planen konnten", sagt Prof. Dr. Klaus Eder, Direktor des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften. „An diesem Standort ergeben sich für uns wesentlich bessere Forschungsmöglichkeiten, vor allem durch sehr moderne Labore."

Auch die Büroräume seien besser ausgestattet und die Flächen effektiver aufgeteilt als im alten Gebäude an der Emil-Abderhalden-Straße. „Insbesondere freue ich mich für unsere Studierenden, die jetzt nicht nur wesentlich bessere Arbeitsmöglichkeiten für die Anfertigung von Diplomarbeiten und zukünftigen Masterarbeiten haben, sondern auch in den Genuss eines modernen Seminarraums und eines sehr gut ausgestatteten Praktikumsraums kommen", so Professor Eder. Ende Juli beziehen die Ernährungswissenschaftler ihr neues Haus, innerhalb von drei Wochen wollen sie den Forschungsbetrieb komplett aufnehmen.

An der Betty-Heimann-Straße wurde ein Neubau für den Bereich Experimentelle Physik errichtet. Die Kosten betrugen 8,3 Millionen Euro, inklusive Erstausstattung. Letztere hat es in sich, denn bei dem Gebäude handelt sich um ein Zentrum für Kernresonanzspektroskopie. Zu den bisher vorhandenen drei Großgeräten der Fachgruppe NMR (NMR = nuclear magnetic resonance) sind drei weitere Hochfeld-NMR-Geräte hinzugekommen, mit denen die Fachgruppe Biophysik unter der Leitung von Prof. Dr. Jochen Balbach zukünftig vor allem Proteinstrukturen aufklären wird. „Diese Investitionen sind das Ergebnis eines einzigartigen Kraftakts, mit dem Halle nun als ein wichtiger Standort der NMR-Spektroskopie seine nationale und internationale Sichtbarkeit weiter ausbauen wird“, sagt Prof. Dr. Kay Saalwächter, Leiter der halleschen NMR-Gruppe.

Wesentliche Teilbereiche der NMR-Forschung, die Strukturaufklärung von Biomakromolekülen in flüssigem und festem Zustand genauso wie die Erforschung der Struktur und Dynamik komplexer Materialen wie Polymeren sind in Halle repräsentiert. Sie sind Teil der Kernkompetenzen der Martin-Luther-Universität und in regionale Forschungsverbünde und Exzellenznetzwerke integriert. Jüngstes Beispiel ist das kürzlich genehmigte Zentrum für Innovationskompetenz „HALOmem" zur Membranproteinforschung.

Die Fachgruppen NMR und Biophysik freuen sich darauf, im neuen Gebäude die methodische Zusammenarbeit zu intensivieren. Studierende, Diplomanden und Promovenden werden nun mit modernster Ausstattung lernen und forschen können. Insbesondere ist in dem Gebäude das Biophysik-Praktikum untergebracht, in dem vor allem Studierende der Medizinischen Physik die Grundlagen ihres Fachs erarbeiten können.

Das Gebäude enthält eine Infrastruktur zur Versorgung und Rückgewinnung teurer Flüssiggase zur Kühlung supraleitender Magnete und biotechnologische Labore mit erhöhter Sicherheitsstufe. Im Bereich der Halle wurden antimagnetische Baustoffe genutzt, um eine einwandfreie Nutzung der NMR-Geräte sicherzustellen. Das Fundament ist erschütterungsfrei. Erste Messungen mit den neuen Spektrometern wollen die Forscher Anfang August durchführen.

Insgesamt werden am Standort Heide-Süd rund 70 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln investiert.

Weitere Informationen enthält eine gemeinsame Pressemitteilung des Kultusministeriums und des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr .

 

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