Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Shanghai, China. Enorme Absatzmärkte und ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum – davon können auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt profitieren.
Foto: Anna-Kristina Wassilew/Fraunhofer IFF
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Asienexpertise für Sachsen-Anhalts Unternehmer

Nummer 318/2008 vom 21. November 2008
Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ihr An-Institut für Innovation und Entrepreneurship (IIE) sowie das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung (IFF) in Magdeburg wollen Unternehmen aus Sachsen-Anhalt den Sprung auf den asiatischen Markt erleichtern. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert das Vorhaben mit rund 400 000 Euro.

Dazu starten die Forschungseinrichtungen und ihre Partner am 1. Dezember 2008 ein gemeinsames Projekt. Klein- und mittelständische Unternehmen, die in Asien Geschäftsbeziehungen aufbauen wollen oder Unterstützung im Geschäftsverkehr mit asiatischen Partnern benötigen, können damit auf die Hilfe der Experten setzen.

Einige klein- und mittelständische Unternehmen zieht es schon heute nach Asien. Beispielsweise in China, dem Reich der Mitte, bietet sich bemerkenswertes wirtschaftliches Potenzial auf Absatz, Beschaffungs- und Kapitalmärkten. Aber auch „Tigerstaaten" wie Thailand und Vietnam weisen ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von 4-6% auf. „Was den Exporthandel betrifft, hat Sachsen-Anhalt erheblichen Nachholbedarf. Der regionalen Wirtschaft bieten sich hier einmalige Chancen- das sollten klein- und mittelständische Unternehmen viel intensiver nutzen," mahnt Prof. Dr. Michael Schenk, Institutsleiter des Fraunhofer IFF.

So sieht das auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Als ein Ergebnis ihrer Konferenz „Perspektiven zur Stärkung von Unternehmertum in Ostdeutschland" vom November vergangenen Jahres sprach sich die OECD für eine Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen durch regionale und überregionale Institutionen bei der Bearbeitung internationaler Märkte aus.

Dem großen Potenzial des Auslandsmarktgeschäftes stehen jedoch eine Reihe von Risiken gegenüber. „Neben dem Fehlen verlässlicher Marktinformationen und der Auswahl verlässlicher Partner geben 40 Prozent der befragten Unternehmen kulturelle Dissonanzen als ausschlaggebend für die Beeinträchtigung des Auslandsengagements an. An dieser Stelle setzen wir an," erklärt Projektleiter Prof. Dr. Joachim Ulrich, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Unternehmer sollen zukünftig für ihr Auslandsengagement von der Expertise der Forscher auf dem Gebiet der Orientwissenschaften profitieren und auf die Besonderheiten des asiatischen Marktes vorbereitet werden.

In Intensivworkshops, interdisziplinären Praxisseminaren, Auslands-Studienreisen sowie über eine Personal- und Kontaktvermittlung wollen die Wissenschaftler ihr Wissen und ihre Erfahrungen vermitteln. In den Seminaren werden einerseits Konzepte zur Auslandsmarktbearbeitung thematisiert, wie beispielsweise die Durchführung von Marktstudien, um das Risiko beim Markteintritt zu senken. Andererseits wird unter Einbindung der gestalterischen Kompetenz und asiatischen Kooperationen der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle die regionenspezifische Adaption des Internetauftritts von Unternehmen für den asiatischen Raum betrachtet. Aber auch ganz praktische Hinweise für den täglichen internationalen Geschäftsverkehr, wie die korrekte Ansprache von ausländischen Geschäftspartnern per Brief, E-Mail oder Telefon sowie politische, wirtschaftliche und religiöse Rahmenbedingungen stehen auf dem Stundenplan für Unternehmer. Um den Unternehmern die Aufnahme konkreter Geschäftsbeziehungen und Kooperationen zu ermöglichen, wird eine Delegationsreise in die asiatischen Zielregionen China, Thailand und Vietnam organisiert.

 

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