Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Das Akademische Orchester der MLU im Löwengebäude der Universität
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Gedenken an den Kriegsbeginn – Polen und Deutsche musizieren in Wroclaw

Nummer 202/2009 vom 25. August 2009
Am 1. September 2009 gibt das Akademische Orchester der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gemeinsam mit dem Chor der Universität Breslau „GAUDIUM” in der Universitätskirche in Wroclaw um 19.30 Uhr ein Konzert. Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ wird erklingen. Das Konzert findet auf Einladung des dortigen Rektors statt. Sein Amtskollege Wulf Diepenbrock wird zusammen mit dem Orchester nach Wroclaw (Breslau) reisen.

1939 begann am 1. September der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen. Das geschah vor 70 Jahren, niemals sollte in Vergessenheit geraten, was damals passiert ist. Die Nationalsozialisten führten zur damaligen Zeit in Polen ein brutales Regime, mindestens sechs Millionen Polen kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben, darunter rund drei Millionen Juden. „Wir wollen das nicht vergessen“, sagt Wulf Diepenbrock, Rektor der Martin-Luther-Universität. „Das Resultat des Krieges mit Millionen von Kriegs-, Verfolgungs- und Vertreibungsopfern muss auch heute noch in das Bewusstsein junger Generationen gerufen werden. Einerseits geht es also um die Schuld der Deutschen, andererseits um die generelle Ächtung von Krieg“, so der Rektor, der am 1. September bei dem Konzert in Wroclaw dabei sein wird. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass besonders junge Menschen in Deutschland und Polen aktiv an dem Ausbau der Beziehungen zwischen beiden Ländern mitwirken.

Die Einladung zur Mitwirkung am Gedenkkonzert zum 70. Jahrestag des Kriegsbeginns, das in Zusammenarbeit mit der Universität Wroclaw und dem Deutschen Konsulat organisiert wird, stellt für das hallesche Orchester eine große Ehre dar. „Was könnte besser zur Versöhnung und Freundschaft zwischen Deutschen und Polen beitragen, als gemeinsames Musizieren eines jungen polnischen Chors und eines jungen deutschen Orchesters“, erklärt Matthias Erben, Leiter des Akademischen Orchesters der MLU. „Schon seit langem gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Akademischen Orchester in Halle und dem Breslauer Universitätschor unter der Leitung von Professor Alan Urbanek“, sagt Erben. So ist es kein Zufall, dass in dem Chor auch zwei ehemalige deutsche Studierende aus Halle mitsingen, die vorher im Akademischen Orchester musiziert haben: Friederike Zill – Violine (Amerikanistik) und Jonas Finke – Violoncello (Jura). Die Kontakte zur Universität Wroclaw sollen noch weiter ausgebaut und fortgesetzt werden. Unter anderem ist 2010 mit beiden Ensembles in Deutschland ein Konzert geplant.

Der Chor der Universität Wroclaw besteht seit 1983. Er setzt sich hauptsächlich aus Studenten der Universität sowie anderer Breslauer Hochschulen zusammen. Seit 1993 ist Alan Urbanek künstlerischer Leiter. Das Ensemble gab bereits erfolgreiche Konzerte in Deutschland, Russland, Griechenland, Österreich, Finnland, Frankreich, Italien und Litauen, um nur einige Länder zu nennen. Im Jahr 2002 trat der Chor mit Konzerten in den USA auf, die dem Andenken der Opfer des Angriffs auf das World Trade Center gewidmet waren. Im Repertoire befinden sich unter anderem große Werke wie das Oratorium Erschaffung der Welt (Schöpfung) von Haydn, das nun auch zum Gedenkkonzert in Wroclaw aufgeführt wird.

Der Chor „GAUDIUM“ hat bereits viele Prestigepreise gewonnen, so den Musikpreis der Stadt Breslau; er errang den 1. Platz beim Internationalen Chorwettbewerb in Moskau, die Silberne Medaille zum Internationalen Wettbewerb in Athen, das Bronzediplom beim Internationalen Chorwettbewerb in Budapest und eine Spezialauszeichnung beim Internationalen Festival für Kirchenmusik in Hajnówka.

 

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