Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

18 Studienbotschafter bieten MLU-Interessenten Informationen aus erster Hand. Hier zu sehen sind drei von ihnen: Franziska Setzer, Ramona Thomalla und Eric Gransow (v.l.).
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Starker überregionaler Zuspruch für Martin-Luther-Universität

Nummer 206/2009 vom 28. August 2009
Fast vier von zehn deutschen Studienbewerbern an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) kommen diesmal aus den westlichen Bundesländern, eine klare Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die hallesche Universität kann offenbar mit ihren Alleinstellungsmerkmalen punkten – das legen die Ergebnisse einer Befragung unter Studienanfängern nahe, die das Institut für Soziologie durchgeführt hat. Die Umfrage-Resultate weisen aber auch auf weitere Verbesserungspotenziale hin.

Anfang 2009 wurden 788 Studienanfänger (rund jeder vierte) zum Prozess ihrer Studien- und Hochschulwahl sowie zu ihren bisherigen Erfahrungen im Studium befragt. Den Hintergrund der Studie bildet der Hochschulpakt 2020, eine politische Reaktion auf den demografischen Wandel. Er sieht vor, dass in Ostdeutschland frei werdende Studienplatzkapazitäten aufrecht erhalten werden, damit Nachfragüberhänge aus Westdeutschland aufgefangen werden können. An der Martin-Luther-Universität liegt der Anteil westdeutscher Studierender derzeit bei 12,7 Prozent (bezogen auf alle Studierende) bzw. 13,9 Prozent (bezogen auf die Studierenden aus Deutschland).

Einen strategisch wichtigen Anhaltspunkt für die Universität bieten die nun vorliegenden Umfrage-Ergebnisse zu den Motiven der Hochschulwahl. Während die Passung zwischen Studienangebot und individuellen Neigungen für alle Befragten wichtig ist, sind es für Westdeutsche - neben dem gebührenfreien Studium und den günstigen Lebensbedingungen in Halle - häufig einmalige Studienmöglichkeiten, die sie nach Halle führen. 24 Prozent der westdeutschen (und lediglich 12 Prozent der ostdeutschen) Studierenden geben die Aussage „meinen Studiengang kann ich nur an dieser Hochschule studieren" als einen ihrer beiden wichtigsten Gründe für die Hochschulwahl an. „Nicht zuletzt erweisen sich die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten von Studienangeboten als Besonderheit, die zunehmend in das Bewusstsein unserer Zielgruppen rückt und den Ausschlag für ein Studium an der MLU gibt", weiß Torsten Evers, Marketing-Referent der größten Hochschule Sachsen-Anhalts.

Insgesamt sind die westdeutschen Befragten mit den Studienbedingungen in Halle sowohl bezogen auf die Ansprechbarkeit und Kompetenz des Lehr- und Verwaltungspersonals als auch bezüglich der inhaltlichen und zeitlichen Abstimmung der Lehrveranstaltungen zufrieden. Das kommt beispielsweise in der hohen Zustimmung zum Ausdruck, welche die Aussage „Mit meinen fachlichen Fragen konnte ich mich jederzeit an die Lehrenden wenden" fand. Auf einer Skala von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 5 (trifft überhaupt nicht zu) erzielte sie insgesamt einen Mittelwert von 2. Lediglich die Zahl der Teilnehmer je Veranstaltung bot den Befragten Anlass zu gemäßigter Kritik.

„Neben den positiven Aspekten wurden aber auch Verbesserungspotenziale deutlich, wenn der Anteil westdeutscher Studierender an der Martin-Luther-Universität weiterhin erhöht werden soll", sagt MLU-Soziologe Walter Bartl. So berichten westdeutsche Studierende häufiger als ostdeutsche von der Absicht, die Hochschule wechseln zu wollen. Während ostdeutsche Studierende in 81 Prozent der Fälle angeben, keine Wechselabsichten zu hegen, sind es unter den westdeutschen lediglich 71 Prozent. „Darin kommt noch eine gewisse Fremdheit der Zugezogenen in Halle zum Ausdruck", glaubt Bartl. Zu dieser Fremdheit trage auch das Stadtbild von Halle bei. Beispielsweise gaben in der Umfrage 53 Prozent der Teilnehmer (Ost- wie Westdeutsche) an, dass sie sich weniger verwahrloste Häuser wünschen würden. Walter Bartl rät zu Projekten, die Neuankömmlingen ihre neue urbane Umgebung kulturell und sozial näher bringen. Gute Beispiele: die Aktivitäten der Vereine „Halle Willkommen" und „Studenten für Halle".

Auch die Universität selbst sei in dieser Hinsicht sehr aktiv, sagt Marketing-Referent Evers. „Viele Interessenten hegen Vorurteile - die sich aber erledigen, wenn die Menschen sich vor Ort ihr eigenes Bild gemacht haben. Das zeigen unsere Erfahrungen mit dem universitären Besucherdienst." Generell spiele die Stadt in der Kommunikation der MLU eine große Rolle. „Attraktive Studienangebote und Studienbedingungen reichen nicht - als ‚Zünglein an der Waage' erweist sich immer wieder die Stadt, deren Ambiente und Angebot an Kultur- und Freizeitangeboten. Halle, immerhin Kulturhauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt, braucht sich hier absolut nicht zu verstecken."

Die Marketing-Strategie der MLU setzt entschieden auf eine langfristig angelegte kontinuierliche Information der Studieninteressierten und Bewerber zu den Schwerpunkten „Studium", „Leben", „Karriere" und „Internationales". Dreh- und Angelpunkt ist das Internetportal www.ich-will-wissen.de, in dem 18 Studienbotschafter, also Studierende, zum Beispiel ausführlich über die Studentenstadt Halle berichten und einen authentischen Austausch auf Augenhöhe bieten. „Die seit Mai 2009 gesammelten Erfahrungen zeigen einerseits deutlich, welche Wissensdefizite bezüglich eines Studiums in den neuen Bundesländern bestehen - und andererseits, dass es durchaus möglich ist, mit einer engagierten, kompetenten und sympathischen Informationspolitik zu überzeugen", erklärt Torsten Evers.

Erster Erfolg der Marketing-Aktivitäten: Für die NC-Studiengänge (Wintersemester 2009/10, ohne Master und ZVS) verzeichnete die Martin-Luther-Universität auf 1679 für Erstsemester zur Verfügung stehende Studienplätze 7365 Bewerber aus Deutschland, über 600 mehr als im Vorjahr. Die Bilanz ist beachtlich angesichts einer geringeren Anzahl zulassungsbeschränkter Studiengänge, die noch eine Bewerbung erfordern, und der weiter gesunkenen Zahl an Abiturienten in den östlichen Bundesländern. 39 Prozent der Bewerber stammen aus den westlichen Bundesländern und Berlin, 2008 waren es 29 Prozent.

Weitere Informationen:

Die ausführlichen Ergebnisse der Befragung können auf der Internetseite des Instituts für Soziologie abgerufen werden:
http://www.soziologie.uni-halle.de/publikationen/pdf/0901.pdf


Informationen zum Hochschulmarketing der MLU:
http://www.marketing.uni-halle.de

Literaturangabe:
Walter Bartl/Christoph Korb (2009): Ost-West-Unterschiede bei der Studien- und Hochschulwahl. Ergebnisse der Studienanfängerbefragung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) im Wintersemester 2008/09. Der Hallesche Graureiher 2009,1. Forschungsberichte des Instituts für Soziologie. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

 

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