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Dessau-Wörlitz-Kommission betrachtet die Innenseiten des Gartenreichs

Nummer 227/2009 vom 14. September 2009
Es waren Fürst Franz und Fürstin Louise von Anhalt-Dessau, die den Wörlitzer und andere Parks für jedermann öffneten und dazu einluden, das Wörlitzer Schloss – ein Meisterwerk des Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff – als Musterhaus zu betrachten. Jetzt greift die Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) 2009 die Kulturpraxis des Wohnens als Thema auf. Unter dem Titel: „Innenseiten des Gartenreichs – Die Wörlitzer Interieurs im englisch-deutschen Kulturtransfer“ stehen vom 24. bis 26. September im Historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ in den Wörlitzer Anlagen spannende Vorträge auf dem Programm.

„Die Tagung widmet sich der Grundlagenforschung zu den Interieurs im Gartenreich Dessau-Wörlitz“, sagt Prof. Dr. Heinrich Dilly, der zusammen mit Dr. Christiane Holm die wissenschaftliche Koordination und Konzeption der Veranstaltung übernommen hat. Im Zentrum stehen die Idee des „Musterhauses“ und die Kulturpraxis des Wohnens, die es aus dem englisch-deutschen Kulturtransfer heraus zu profilieren gilt. „Die Tagung wird ‚vor Ort’ den Dialog mit der britischen Forschung aufnehmen und verschiedene Ansätze einer interdisziplinären Interieurforschung und der denkmalgerechten Restaurierung diskutieren“, erklärt Dilly.

Bereits in den vergangenen Jahrestagungen der Kommission boten Fürst Franz und Fürstin Louise, ihre Zeitgenossen, ihre Gärten und Parks, die Gebäude darin, der rationale Landbau und die Manufakturen, die ganzheitliche Erziehung und die aufklärenden Wissenschaften und Künste im ehemaligen Fürstentum Anhalt-Dessau genügend Forschungsthemen, die ausgiebig erörtert wurden. In diesem Jahr soll es um die innere Struktur, die Organisation und die Ausstattung des „Musterhauses“ Wörlitzer Schloss gehen, das besser als Landhaus bezeichnet würde. Denn es wurde nur sommers genutzt, hatte englische Country Houses zum Vorbild und stand wie diese von Anfang an interessierten Besuchern zur Besichtigung offen.

„Neu an der diesjährigen Tagung ist, dass Wissenschaftler und Kuratoren anreisen, die in England entsprechende Landhäuser betreuen. So wird die seit jeher interdisziplinäre Konferenz international“, freut sich Heinrich Dilly. Die britischen Kollegen berichten über Chiswick House, heute in London, über das nicht weit davon gelegene Osterley House und über das Landhaus in Stourhead. Ebenso stellen sie Stowe House, Marble Hill und Syon House im Kontext der Erbauer, Besitzer und Bewohner vor. Es sind Landhäuser, die der Fürst und die Fürstin auf ihren Englandreisen besucht haben. Mit ihren Dessauer Kollegen und den Besuchern der Tagung werden die englischen Kollegen gemeinsam erkunden, wie es um den oft zitierten englischen Einfluss in Wörlitz und im Dessauer Luisium steht, oder ob Ludwig Grote in den zwanziger Jahren, nicht ganz zu unrecht mehr Deutsches darin erkannte, als einem heute lieb ist. Schnell wird man dabei sein und behaupten, dass ‚deutsch’ und ‚englisch’ die Kategorien nicht sein können, mit denen man etwas charakterisiert, wofür man im Englischen ein einziges Wort hat: to live nämlich, was leben und wohnen zugleich meint.

Die Tagung eröffnen Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg, Vorsitzender der Dessau-Wörlitz-Kommission, und Dr. Thomas Weiss, Direktor der Kulturstiftung DessauWörlitz, am Donnersteg, 24. September, um 14.30 Uhr. Das gesamte Tagungsprogramm ist als pdf-Datei angefügt.

Hintergrund:
Seit 1967 gibt es die Kommission zur Erforschung und Pflege des Dessau-Wörlitzer Kulturkreises (Dessau-Wörlitz-Kommission) an der Martin-Luther-Universität, seit dem Jahr 2000 mit Sitz im Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung der MLU, da Dessau-Wörlitz auf allen Gebieten des gesellschaftlich-kulturellen und politischen Lebens das hervorragende Beispiel einer praktizierten Aufklärung darstellt. Der Kommission gehören über 100 Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachdisziplinen und Vertreter des öffentlichen Lebens sowie der am Dessau-Wörlitzer Gartenreich beteiligten Kommunen an. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Ensemble kultureller Leistungen dieser Region wissenschaftlich zu erschließen.

Die Tagung wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung, das Referat Kultur des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt, das Prorektorat für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der MLU sowie die Kustodie der MLU, die Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches (e. V.) und die Stadt Dessau-Roßlau.

Tagungsort:
Historischer Gasthof „Zum Eichenkranz“, Angerstrasse 104, 06786 Wörlitz
Eine Anmeldung wird bis zum 21. September erwünscht.
Die Gebühr für die gesamte Tagung beträgt 35 Euro (für Studierende 20 Euro).

Konzeption und Koordination:
Prof. Dr. Heinrich Dilly und Dr. Christiane Holm mit dem Arbeitskreis „Interieur“ der Dessau-Wörlitz-Kommission und der Kulturstiftung DessauWörlitz.

 

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