Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Foto: Reassembling The Natural/Wolfgang Hückel
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Uni Halle zeigt Ausstellung „Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald“

Nummer 137/2018 vom 11. Oktober 2018
Paradiesisch anmutende Darstellungen von Wäldern in Naturkundemuseen stehen im Gegensatz zur Nutzung und Abholzung der Wälder durch den Menschen in der Realität. Mit dieser Ambivalenz setzt sich die Wanderausstellung "Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald" am Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auseinander. Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler greifen dieses Spannungsfeld in den 15 gezeigten Arbeiten auf. Die Schau ist vom 20. Oktober bis 14. Dezember 2018 im ZNS zu sehen. Sie wird am Freitag, 19. Oktober 2018, um 19 Uhr eröffnet.

Im Mittelpunkt der Schau steht das Ökosystem Wald, das Traditionen, Kulturen und Vorstellungen der Menschen geprägt hat. So zum Beispiel im 19. Jahrhundert, als Europäer die Ur-Wälder in Nord- und Südamerika, Asien und Afrika erforschten und daraus der Drang nach dieser vermeintlich unberührten Natur erwuchs. Ähnlich romantisch beeinflusste Naturbilder finden sich auch heute noch in Naturkundemuseen. Die Ausstellung setzt diesen Vorstellungen 15 zeitgenössische künstlerische Werke entgegen, darunter Arbeiten von Maria Thereza Alves und David Attenborough.

Die gezeigten Installationen, Fotografien, Skulpturen und Filme laden zur Beschäftigung mit Naturbildern und deren Wandlung ein. Die Ausstellung zieht Verbindungen von den Expeditionen des Naturforschers Alfred Russel Wallace im 19. Jahrhundert zu aktuellen Umweltveränderungen in Südostasien und dem Amazonasgebiet. Dafür werden die Werke in Bezug zu historischen zoologischen und botanischen Objekten gesetzt. Auf diese Weise zeigt das Projekt den Widerspruch zwischen tradierten Vorstellungen von Natur und aktuellen Problemen, wie großflächigen Entwaldungen, menschengemachtem Klimawandel und weitreichendem Artensterben.

"Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald" ist ein dreiteiliges Projekt von Anna-Sophie Springer und Etienne Turpin. Die Wanderausstellung wurde vom Centrum für Naturkunde an der Universität Hamburg realisiert. Sie wurde außerdem am Tieranatomischen Theater der Humboldt-Universität zu Berlin gezeigt und ist nun am ZNS zu sehen. Der Ausstellungszyklus ist eine Kooperation mit der Schering Stiftung und dem Goethe-Institut Singapur, mit zusätzlicher Unterstützung durch Pro Helvetia und die Graham Foundation. Das Projekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Ausstellungseröffnung - "Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald"
Freitag, 19. Oktober 2018, 19 Uhr
Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen
Domplatz 4, 06108 Halle (Saale)

Im Anschluss an die Begrüßung durch Dr. Lutz Nitsche, Referent des Vorstands der Kulturstiftung des Bundes, und Dr. Frank Steinheimer, Leiter des ZNS, gibt es eine kurze Einführung zum Projekt von den Kuratoren der Ausstellung Anna-Sophie Springer und Etienne Turpin. Außerdem spricht der Museumsdirektor des Museums Heineanum Halberstadt Rüdiger Becker über die Wallace-Vögel aus der ornithologischen Sammlung seiner Einrichtung.

Ausstellung "Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald"
20. Oktober bis 14. Dezember 2018
Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen
Domplatz 4, 06108 Halle (Saale)
Jeweils Mittwoch bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr geöffnet
Montag, Dienstag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen
Der Eintritt ist frei.

Informationen zur Ausstellung und Katalog unter: http://reassemblingnature.org/

 

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