Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Die Montage zeigt Georg Cantor um 1880 aus dem Nachlass Andor Kertész.
Foto: Uni Halle / Zentrale Kustodie, Juliane Sieber
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„Ein Leben für Unendlichkeiten“: Sonderausstellung zum Wirken von Georg Cantor an der Uni Halle

Nummer 166/2018 vom 15. November 2018
Neue Einblicke in das wissenschaftliche und private Leben des berühmten halleschen Mathematikers Georg Cantor gibt eine Sonderausstellung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die ab Freitag, 23. November, im Universitätsmuseum zu sehen ist. Erstmals gezeigt werden zahlreiche Briefwechsel, die der Mathematiker mit seinen Fachkollegen und seiner Familie führte. Im Zentrum der Ausstellung stehen Cantors Arbeiten zur Mengenlehre und zur Unendlichkeit. Die Vernissage findet am Donnerstag, 22. November, um 16 Uhr in der Aula im Löwengebäude statt.

Georg Cantor (1845-1918) war nicht nur der Begründer der Mengenlehre, sondern auch fast 40 Jahre von 1872 bis 1913 an der Universität Halle-Wittenberg tätig: Im Anschluss an seine Habilitation forschte und lehrte er hier zunächst als Privatdozent, 1882 wurde er zum ordentlichen Professor für Mathematik berufen. "Cantors Jahre an der Universität Halle-Wittenberg sind durch unermüdliche mathematische Forschung geprägt. Das belegen die vielen Forschungsnotizen, mathematischen Korrespondenzen mit anderen Forschern und wissenschaftlichen Schriften aus dieser Zeit", sagt der Kustos und Leiter des Archivs der MLU Dr. Michael Ruprecht, der die Ausstellung gemeinsam mit der Kuratorin der Schau Prof. Dr. Karin Richter entwickelt hat. Cantor forschte vor allem zum Begriff der Unendlichkeit als eigenständiges mathematisches Untersuchungsobjekt und vertrat dabei auch die Annahme, dass es verschiedene Unendlichkeiten gibt.

Die Ausstellung zeigt die bislang unveröffentlichten, umfangreichen Briefwechsel, die der Mathematiker sowohl mit seinen Fachkollegen als auch seiner Familie pflegte. "Anhand der Briefe lässt sich genau nachvollziehen, wie Georg Cantor seine Theorie der Mengenlehre entwickelt hat. Sie geben aber auch einen Einblick in sein persönliches Leben", so Ruprecht weiter. Die Briefe zeigen zudem: Bei seinen Kollegen stießen Cantors Überlegungen zur Mengenlehre und zur Unendlichkeit zunächst auf harsche Kritik, später aber auf große Anerkennung. Einige eindrückliche Passagen aus diesen Briefen wurden für die Ausstellung von Studierenden der Sprechwissenschaft aufgenommen und sind in der Ausstellung zu hören. Die Schau präsentiert zudem verschiedene mathematische Modelle aus der historischen Sammlung des Instituts für Mathematik der MLU und ein eigens entwickeltes "Kontinuums-Spiel", das Cantors Theorien spielerisch begreifbar machen soll.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Zentralen Kustodie und des Instituts für Mathematik der MLU mit der Georg-Cantor-Vereinigung in Halle. 

 

Vernissage der Ausstellung zu Ehren Georg Cantors
Donnerstag, 22. November, 16 bis 18 Uhr
Löwengebäude, Aula
Universitätsplatz 11
06108 Halle (Saale)

Ausstellung: "Ein Leben für Unendlichkeiten" -  aus unveröffentlichten Briefen des Mathematikers Georg Cantor
23. November 2018 bis 27. Januar 2019
Löwengebäude, Sonderausstellungsraum
Universitätsplatz 11
06108 Halle (Saale)
Jeweils Dienstag bis Freitag von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr
am 24. und 31. Dezember sowie an Feiertagen geschlossen, Eintritt frei
Führungen am 16. Dezember 2018 und am 27. Januar 2019, jeweils 15 Uhr

 

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