Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Neues Promotionskolleg: Ausgrenzung durch Globalisierung und Digitalisierung?

Nummer 037/2019 vom 25. März 2019
Die Hans-Böckler-Stiftung fördert ein neues Promotionskolleg an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). In den kommenden drei Jahren erforschen acht Doktorandinnen und Doktoranden, wie Menschen, zum Beispiel mit Flucht- oder Migrationshintergrund, besser am Arbeitsleben und der Wissensgesellschaft teilhaben können. Im Zentrum stehen dabei die Herausforderungen, die durch Globalisierung und Digitalisierung entstanden sind. Gefördert wird das Kolleg mit rund 600.000 Euro.

Globalisierung und Digitalisierung haben für den Menschen die Welt kleiner und das Leben schneller werden lassen: Heute können Menschen zum Beispiel per Videotelefonie in Echtzeit miteinander sprechen, auch wenn sie auf anderen Kontinenten leben. Und in der Industrie erledigen etwa smarte Maschinen viele Produktionsschritte fast ohne menschliches Zutun. Das hat zwar viele Vorteile, eröffnet aber auch neue Problemfelder. "Digitalisierung und Globalisierungen sollten eigentlich Zugänge eröffnen, Distanzen überbrücken und Übergänge ermöglichen. Zwar sind räumliche Distanzen auch in der Tat verschwunden, aber kulturelle, soziale, sprachliche und Wissensdifferenzen sind in den Vordergrund gerückt", sagt der hallesche Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Jörg Dinkelaker, der das Kolleg gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Germanistik sowie den Wirtschafts-, Sozial- und Erziehungswissenschaften der MLU eingeworben hat.

"Um diese neuen Ungleichheiten zu kompensieren, sind Menschen immer häufiger auf Vermittlungs- und Übersetzungsleistungen angewiesen. Sie eröffnen Verständnis- und Verständigungsmöglichkeiten über Sprach-, Kultur- und Kontextgrenzen hinweg", so Dinkelaker. Das sind zum Beispiel Weiterbildungsangebote für Angestellte, deren Arbeitsumgebung in den vergangenen Jahren zunehmend digitaler geworden ist. Auch für Migrantinnen und Migranten oder Geflüchtete spielen diese Prozesse eine wichtige Rolle, wenn sie zum Beispiel versuchen, eine Anstellung in Deutschland zu finden. Hierfür ist es nötig, dass die Ausbildung, die sie in ihrem Herkunftsland erworben haben, auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen und anerkannt wird.

Weitere Themenfelder des Kollegs sind Strategieprozesse in Unternehmen, neue mediale Formate der Wissensvermittlung sowie der Diskurs über Anforderungen der Vermittlung und Übersetzung in Gegenwart und Zukunft. Die Promotionsprojekte der acht Stipendiatinnen und Stipendiaten sind jeweils in einem dieser Themenfelder angesiedelt. Anhand konkreter Fälle sollen die Prozesse untersucht werden, die Teilhabe am Arbeitsleben und an der Wissensgesellschaft ermöglichen oder auch verhindern. Ziel des Kollegs ist es, aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Promotionsprojekten und durch begleitende Tagungen und Workshops ein vertieftes und differenziertes Verständnis für den Wandel von Übersetzung und Vermittlung in der Arbeits- und Wissenswelt zu gewinnen. Die Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Teilhabe an diesen Feldern zu verbessern.

Website des Promotionskollegs: http://pk-vermittlung-uebersetzung.zsb.uni-halle.de/

 

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