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Amo-Lecture: Über die Quantifizierung der Gesellschaft

Nummer 193/2019 vom 27. November 2019
Der renommierte Statistiker und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Emmanuel Didier hält die diesjährige Anton-Wilhelm-Amo-Lecture an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Unter dem Titel "Quantitative Marbling: New Conceptual Tools for the Socio-history of Quantification" beleuchtet der Wissenschaftler von der École Normale Supérieure in Paris, welche Rolle Zahlen und Daten in der heutigen Gesellschaft einnehmen. Der Vortrag im Rahmen der Amo-Lecture findet am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18 Uhr im Melanchthonianum statt.

Sei es das Brutto-Inlands-Produkt, die Arbeitslosenquote, Kriminalitätsstatistiken oder die eigene Blutdruckkurve: Die Welt wird vermessen. Die Zahlen dienen als Grundlage für politische Diskussionen und Entscheidungen. Doch wie kommt es zu dieser Quantifizierung der Gesellschaft? Wie werden die Daten verwendet? Und welche Folgen hat das? All diese Fragen spielen in der aktuellen Forschung eine Rolle. Emmanuel Didier beleuchtet in seinem Vortrag insbesondere, inwieweit diese Datensammlungen für die soziologische Forschung genutzt werden können. Der Statistiker forscht schon lange Zeit zu dem Thema, unter anderem zur historischen Rolle der Quantifizierung in den USA, zum sogenannten Benchmarking in Unternehmen und zu Statistik als politischem Instrument. Er ist außerdem Mitgründer von EpiDaPo (Epigenetics, Data, Politics), einer amerikanisch-französischen interdisziplinären Forschungsgruppe an der Schnittstelle von Genetik, Big Data und Politik. Didier ist Professor am Centre Maurice Halbwachs an der École Normale Supérieure in Paris. Er hat unter anderem an der University of Chicago und der University of California in Los Angeles gelehrt und ist Mitglied des "Centre for Invention and Social Process" der Goldsmiths University London.

Die Lecture-Reihe findet zu Ehren des Philosophen Anton Wilhelm Amo statt. Amo war der erste promovierte afrikanische Philosoph in Europa. Er wurde im Kindesalter als Sklave an den Hof Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel verkauft. Dort erhielt er zunächst Privatunterricht, später studierte, forschte und lehrte er an den Universitäten Halle, Wittenberg und Jena. 1729 wurde Amo in Halle mit einer Arbeit über die Rechte der verkauften Sklaven in Europa promoviert. In Wittenberg schrieb er 1734 eine zweite Dissertation über das "Leib-Seele-Problem". 1748 kehrte er vermutlich aufgrund rassistischer Anfeindungen nach Ghana zurück.

Der Vortrag wird von dem Forschungsschwerpunkt "Gesellschaft und Kultur in Bewegung" der MLU veranstaltet.

Weitere Informationen unter: https://veranstaltungen.uni-halle.de/files/events/20191105210504_amo-lecture-emmanuel-didier.pdf

Anton-Wilhelm-Amo-Lecture:
Emmanuel Didier: "Quantitative Marbling" - New Conceptual Tools for the Socio-history of Quantification
Mittwoch, 4. Dezember 2019, 18 Uhr
Melanchthonianum, Hörsaal XX (2. Etage)
Universitätsplatz 9, 06108 Halle (Saale)
Eintritt frei, Vortragssprache ist Englisch

 

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