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Sprache als Weltkulturerbe: Stefan Schorch spricht bei der UNESCO über den Dialekt der Samaritaner
Die Samaritaner sind eine kleine traditionelle Gemeinschaft von etwa 850 Mitgliedern, die in Israel und in den Palästinensergebieten in zwei Siedlungen leben. Ihr hebräischer Dialekt, den die Samaritaner bis heute vor allem im Gebet und im Gottesdienst verwenden, ist mehr als 2.000 Jahre alt und unterscheidet sich vom im heutigen Staat Israel gesprochenen Hebräisch so stark, dass israelische Muttersprachler ihn nicht verstehen. Für die kleine Gemeinde der Samaritaner, die ansonsten im Alltag außerhalb ihrer Gemeinde Arabisch und Israelisches Hebräisch sprechen, ist er aber ein zentraler Teil ihrer Identität.
Das Symposium "Die hebräische Sprache als Schatz des Weltkulturerbes" ist Teil der UNESCO-Initiativen, Mehrsprachigkeit in unseren modernen Gesellschaften zu bewahren und zu fördern. Traditionelle Sprachen und Dialekte werden dabei als wichtiger Teil der Kultur verstanden, deren Kenntnis, Schutz und Pflege ein friedvolles gesellschaftliches Miteinander mit ermöglicht. Die Wiederbelebung des Hebräischen als gesprochene Alltagssprache und die Bedeutung der hebräischen Sprache für die mehrsprachige Kultur des Staates Israel sind ein herausragendes Beispiel für diesen hohen kulturellen Stellenwert von traditionellen Sprachen. Das Symposium erinnert daher auch an den diesjährigen 100. Todestag von Elieser Ben-Jehuda, der im heutigen Belarus geboren wurde und das gesprochene Hebräisch erneuerte.