Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Forschungszentrum für Psychische Gesundheit: Kick-off in Jena

Nummer 067/2026 vom 30. Juni 2026

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) in Halle, Jena und Magdeburg ist in der vergangenen Woche offiziell in seine Ausbauphase gestartet. Bei einem Auftaktsymposium in Jena stellten die Forschenden der drei Teilstandorte ihre Arbeit vor. Die Projekte untersuchen die Entstehung psychischer Erkrankungen. Ziel ist ein detaillierteres Verständnis dieser Krankheiten, um die Versorgung und Prävention zu verbessern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die Ausbauphase des mitteldeutschen Standorts mit rund 20 Millionen Euro. Für Halle beteiligen sich die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und das Universitätsklinikum Halle.

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) soll die Forschung zu psychischer Gesundheit in Deutschland beschleunigen, um die Prävention und Versorgung seelischer Erkrankungen zu verbessern. Als einer von sechs Partnerstandorten wurde der mitteldeutsche Standort in Halle, Jena und Magdeburg für das DZPG ausgewählt und baut nach einer zweijährigen Startphase nun sein Forschungsprogramm aus. Beteiligt sind die Universitäten in Halle, Jena und Magdeburg, deren Universitätskliniken sowie die außeruniversitären Leibniz-Institute für Neurobiologie in Magdeburg und für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie in Jena.

Bei der Auftaktveranstaltung fanden sich die beteiligten Forschenden mit Vertretern aus Politik und Öffentlichkeit in Jena zusammen. Sie stellten den thematischen Schwerpunkt der DZPG-Arbeit in Mitteldeutschland vor: Mehr als 50 Forschende untersuchen in sieben Schwerpunktprojekten die Funktionsweise des Gehirns und erforschen die Veränderung von Hirnschaltkreisen unter günstigen und schädlichen Bedingungen – von sozialer Interaktion bis zu Entzündungsmechanismen. Die Schwerpunkte der MLU im Rahmen des DZPG sind die Präventions-, Resilienz- sowie Interventionsforschung.

Psychische Erkrankungen gehören neben Herz-Kreislauferkrankungen, Demenzen oder Diabetes und Übergewicht zu den häufigsten Volkskrankheiten. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zählen sie inzwischen zu den häufigsten Gründen für krankheitsbedingt verlorene Lebensjahre. Eine neue Studie des „Institute for Health Metrics and Evaluation“ hat zudem kürzlich gezeigt, dass sich die weltweiten Fallzahlen für psychische Erkrankungen seit 1990 fast verdoppelt haben.

Seit 2009 hat der Bund insgesamt acht Zentren für Gesundheitsforschung eingerichtet. Sie sollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern optimale Forschungsbedingungen bieten, um Volkskrankheiten zu bekämpfen.

 

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