Strukturwandel und Deep Tech: MLU verstärkt Gründungsförderung
Inhaltlich knüpft die Arbeit an die großen Strukturwandel-Verbünde „Just Transition Center“ (JTC), „DiP Sachsen-Anhalt – Modellregion der Bioökonomie“ und „TPG – Digitale Zukunft von Pflege und Gesundheit“ der MLU an. Ziel ist es, Forschungsergebnisse aus Bereichen wie den Lebenswissenschaften, Bioökonomie, nachhaltiger Landwirtschaft oder Gesundheitsversorgung systematischer in Geschäftsmodelle und Gründungen zu überführen. In den Verbundprojekten allein arbeiten mehr als 60 Teams an praxisrelevanten Fragestellungen für die Region. Weitere Schwerpunkte liegen in Deep-Tech-Bereichen wie dem Exzellenzcluster „Center for Chiral Electronics“, der Biotechnologie oder den Materialwissenschaften. „An der Martin-Luther-Universität gibt es viele wissenschaftlich herausragende Projekte mit einem großen Anwendungspotenzial. Dieses wollen wir künftig noch systematischer nutzen und so dafür sorgen, dass Gründungen und Firmenkooperationen nachhaltig in der Region wirken“, sagt Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker.
Hierfür entwickelt der Transfer- und Gründungsservice in den kommenden zwei Jahren spezielle Angebote. Die Grundidee ist es, vielversprechende Projekte aus Forschung und Lehre zu identifizieren und sie aktiv für die Themen Gründung und Transfer zu erschließen. Zu diesem Zweck werden vier spezialisierte Gründungscoaches beschäftigt, die neue Beratungsangebote entwickeln und im regelmäßigen Austausch mit Studierenden und Forschenden aus unterschiedlichen Fachbereichen stehen. „Wir wollen potenzielle Gründerinnen und Gründer künftig gezielter ansprechen. Die neuen Coaches begleiten vielversprechende Projekte von der ersten Idee über die Entwicklung eines Geschäftsmodells bis zur Ausgründung“, sagt Dr. Susanne Hübner, Leiterin des Transfer- und Gründungsservice der MLU.
Das neue Projekt baut auf den umfangreichen Vorarbeiten der Universität in den Bereichen Transfer und Gründung auf. Seit 2025 hat die Universität Halle durch zwei Förderungen aus dem ESF+-Fonds und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ihre Aktivitäten deutlich ausgebaut: Das Team der Gründungsberatung wurde erweitert, eingerichtet wurde auch eine eigene Personalstelle für Entrepreneurship-Lehre. Zudem beteiligt sich die MLU regelmäßig an dem Förderprogramm „Exist Women“, das Frauen in Forschung und Lehre bei der Entwicklung eigener Geschäftsideen unterstützt. Und der neue Inkubator „Scidea-Lab Robotik- und Assistenztechnologien für Pflege und Gesundheitsversorgung“ soll interdisziplinäre Transfer- und Gründungsprojekte an der Schnittstelle von Pflegewissenschaft, Informatik und Wirtschaftsinformatik fördern.
