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Ein Bakterium lässt Gold wachsen

Hallesche Forscher identifizieren Gene, die an Gold-Bildung beteiligt sein könnten

Nummer 255/2009 vom 08. Oktober 2009
Die Entstehung von Gold hielt man bislang für einen abiotischen Vorgang. Nun liegen erstmals Forschungsergebnisse einer internationalen Arbeitsgruppe vor, die zeigen: Das Wachstum von Goldnuggets kann das Ergebnis eines aktiven biochemischen Prozesses sein. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben dabei die Gene identifiziert, die möglicherweise an der Bio-Mineralisation von Gold beteiligt sind.

„Mineralien werden in der Natur ständig umgebaut, aus primären entstehen sekundäre - und aus sehr niedrig konzentrierten, aber toxischen Goldgemischen kann metallisches Gold werden", erklärt Prof. Dr. Dietrich Nies vom Institut für Biologie der MLU. Mit seiner Arbeitsgruppe ist er an dem entsprechenden Forschungsprojekt beteiligt, das Frank Reith von der University of Adelaide (Australien) leitet.

Die sogenannte Bio-Mineralisation von Gold, also die Gold-Bildung durch den Einfluss von Bakterien, könnte laut Nies „völlig neue Horizonte in der biotechnologischen Anwendung von Bakterien" eröffnen. „Vielleicht werden die jetzt gewonnenen Erkenntnisse es einmal erlauben, auch aus goldarmen Lösungen Gold zu gewinnen."

Nies' australische Forscherkollegen hatten das metallresistente Bakterium „Cupriavidus metallidurans" auf Goldnuggets gefunden - an zwei Standorten, die 3500 Kilometer voneinander entfernt liegen. Die Erklärung, warum der Organismus, den Dietrich Nies bereits seit vielen Jahren erforscht, in dieser Umgebung lebt, scheint nun festzustehen: Er fördert die Gold-Bildung. „Und wir haben Gene identifiziert, die an dem Prozess beteiligt sein könnten", beschreibt Nies den halleschen Anteil an dem Projekt. Beteiligt sind zudem Wissenschaftler aus den USA, Kanada, Belgien und aus Frankreich.

Veröffentlicht sind die aktuellen Resultate vorab in der Online-Ausgabe der„Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS, 7. Oktober 2009, doi:10.1073/pnas.0904583106).

 

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