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Judaistik-Seminar erhält Fackenheim-Preis

Nummer 288/2010 vom 16. November 2010
Das Seminar für Judaistik/Jüdische Studien der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist Preisträger des Emil L. Fackenheim Preises für Toleranz und Verständigung 2010. „Das Seminar hat sich durch seine wissenschaftlichen Leistungen und die Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft hohe Verdienste erworben“, begründet Max Privorozki, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Halle, die Ehrung am 15. November 2010.

In Anwesenheit von Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, und Winfried Willems, Staatssekretär im Kultusministerium, überreichte die Jüdische Gemeinde Lehrstuhlinhaber Professor Guiseppe Veltri den mit 2000 Euro dotierten Preis. Im Juli 2010 ist das Seminar der MLU in die unmittelbare Nachbarschaft der Gemeinde gezogen. „Seitdem haben wir unsere Zusammenarbeit immens verstärkt“, sagt Privorozki.

„Das Seminar unterstützt unsere Archiv- und Öffentlichkeitsarbeit, in dem es zum Beispiel rituelle Gegenstände und historische Bücher der Gemeinde in seinen Räumen ausstellt und so der Öffentlichkeit zugänglich macht.“ Zur erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Gemeinde zählen auch Synagogenführungen für Schulklassen und Interessierte, Recherchen und Konzerte. Studierende des Seminars haben zudem die Möglichkeit, in der Gemeinde Praktika zu absolvieren.

„Die Aufgabe der Universität ist eine grundlegende: Methoden zur möglichst neutralen Verständigung und zur wissenschaftlichen Erkenntnis zu entwickeln, die die Besonderheit jeder Kultur friedlich bewahren. Das haben wir versucht und werden wir auch in der Zukunft versuchen“, kündigte Judaistikprofessor Veltri in seiner Dankesrede an. Zum 1. November wurde er vom Institut für Religionswissenschaft der Universität Leipzig für seine Leistungen bei der Kooperation des Seminars mit dem Institut zum Honorarprofessor ernannt.

Zum vierten Mal wurde der nach dem Rabbiner und Theologen Emil Ludwig Fackenheim benannte Fackenheim-Preis von der Jüdischen Gemeinde verliehen. 1937 hatte sich der gebürtige Hallenser als Student an der halleschen Universität eingeschrieben. Ein Jahr später wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Er gilt als einflussreicher Philosoph auf dem Gebiet der Holocaust-Forschung und erhielt 1999 die Ehrendoktorwürde der MLU.

Die Schwerpunkte der Jüdischen Studien in Halle liegen in der Lehre und Erforschung der Philosophie des Judentums sowie der Kultur- und Geistesgeschichte des europäischen Judentums vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Besonderes Gewicht liegt dabei auf der Renaissance und der frühen Neuzeit. Das Fach wurde im Jahr 1992 an der halleschen Universität eingerichtet.

 

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